Bürgeranlage von Gebenbach offiziell eingeweiht
Wind bringt Energie

Zur offiziellen Einweihung am Freitag drehte sich das Gebenbacher Windrad mal ausnahmsweise nicht. Seit April hat es rund 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom geliefert. Das beeindruckte die Gäste der kleinen Feier dann doch (von links): Bürgermeister Peter Dotzler, Diakon Georg Lindner, Erich Wust und MdL Reinhold Strobl. Die Nabenhöhe der Anlage beträgt übrigens 140 Meter, die Rotoren haben einen Durchmesser von 112 Meter. Bild: Hartl
Lokales
Gebenbach
10.10.2014
5
0
Auf Horst Seehofer sind die Erbauer und Betreiber von Windanlagen derzeit nicht gut zu sprechen. Schließlich, so sagte es Jörg Zinner, Geschäftsführer von Ostwind, habe Seehofer gerade in dieser Woche versucht, die Bürger davon zu überzeugen, dass die Deckung der Stromlücke, die aufgrund der Abschaltung der Atomkraftwerke entstehe, durch den Bau neuer Gaskraftwerke zu schließen sei.

Woher kommt das Gas?

"Aber woher soll das Gas dafür kommen?", fragte Zinner. Und gab auch gleich die Antwort: Aus Russland. Das erinnere ihn doch irgendwie an den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der just bei dem Unternehmen den Aufsichtsratsvorsitz übernommen habe, deren Gaspipeline er kurz zuvor als Kanzler durchgewinkt hatte.

Doch davon wollten sich die zahlreichen Gäste am Freitag nicht stören lassen. Sie feierten die offizielle Einweihung des von Ostwind errichteten Gebenbacher Bürgerwindrades, das sich bereits seit April dreht und Strom liefert. 2,5 Millionen Kilowattstunden bisher, wie Erich Wust von der Wust - Wind & Sonne, welche die Projektierung und Verwaltung der Anlage übernommen hat, sagte. Das sind seiner Aussage nach 103 Prozent der projektierten Menge - obwohl 2014 bisher ein mäßiges Windjahr gewesen sei. 81 Bürger aus Gebenbach und Umgebung haben 1,7 Millionen Euro in das Windrad gesteckt, die restlichen 4,1 Millionen wurden über eine regionale Bank finanziert.

Gebenbachs Bürgermeister Peter Dotzler betonte in seinem Grußwort, dass die Gemeinde inzwischen gut 400 Prozent des eigenen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien selbst produziere. Leider würge das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz diese Entwicklung ab, die Atomlobby klage erfolgreich gegen die Abschaltung der AKWs und in Europa würden weiter subventionierte Atomkraftwerke gebaut.

Strom für 60 000 Haushalte

Rund 25 Windräder drehen sich nach Aussage von MdL Reinhold Strobl derzeit im Landkreis. "Die produzieren Strom für etwa 60 000 Einwohner." Heftig verwehrte sich Strobl dagegen, dass der durchaus begrüßenswerte Schutz der Vögel vielerorts als Vorwand genommen werde, solche Projekte zu verhindern. "Gott hat gesagt, macht Euch die Erde untertan. Er hat nicht gesagt: Macht die Erde kaputt", merkte Diakon Georg Lindner an, der die Segnung der Anlage übernahm. Je mehr der Mensch in die Geheimnisse der Natur eindringe, umso weiter steige seine Verantwortung dafür an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.