Drei Disziplinen, die fit für Ostern machen
Almosen geben, Gebet und Fasten

Großer Andrang herrschte nach dem Gottesdienst im Pfarrsaal, wo sich die Gläubigen mit einer deftigen Fastensuppe stärken und dabei das Misereor-Hilfswerk unterstützen konnten. Bild: swo
Lokales
Gebenbach
26.02.2015
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Wenn es für den guten Zweck ist, dann darf man auch in der Fastenzeit einmal etwas mehr essen. So war es bei der Suppe, die der Pfarrgemeinderat im Pfarrsaal an die Gläubigen ausgab.

Zuvor hatten alle gemeinsam in der Pfarrkirche den Gottesdienst zum ersten Fastensonntag gefeiert. Pfarrvikar Christian Preitschaft verglich dabei den Beginn der Fastenzeit mit dem Beginn eines Trainingslagers von Sportlern. Auch Athleten müssten sich vor einem Wettkampf dafür fit machen. Bei den Christen sei es aber nicht das Ziel, Medaillen oder Pokale zu erringen. "Die klassischen Disziplinen, um sich fit für das Osterfest zu machen, sind: Almosen geben, Gebet und Fasten", sagte Preitschaft.

Wenn er Almosen gebe, werde der Mensch zum Teamplayer, weil er damit zeige, dass er nicht nur auf seinen Erfolg aus sei, sondern auch alle anderen mit einbeziehe. Das Gebet sei sozusagen das mentale Training. Man sehe auch bei Sportlern, dass sie vor dem Wettkampf ihre Disziplin nochmals im Geiste durchgingen, um sie zu verinnerlichen. Eine feste Zeit für das Gebet in der Fastenzeit sei sinnvoll, denn ohne Selbstüberwindung funktioniere kein Konditionstraining, betonte der Pfarrvikar. Schließlich sei als dritte Disziplin das Fasten eine gute Möglichkeit, "wieder Herr im eigenen Hause zu werden und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen".

Natürlich gebe es sowohl im Sport als auch im Glauben äußere Umstände und Faktoren, auf die man keinen Einfluss nehmen könne. Manches habe man selber nicht in der Hand. Beim Christen sei es die Gnade Gottes. "Aber eigentlich kann man als Christ gar nicht verlieren, weil Jesus für uns schon alles gewonnen und uns am Kreuz erlöst hat", machte Preitschaft Hoffnung. Insofern lohne es sich auf jeden Fall, sich in der österlichen Bußzeit ins Zeug zu legen, regte der Prediger an.

Nach so viel geistigem Training hatten sich die Gläubigen dann, mehr oder weniger ausgepowert, die Fastensuppe im Pfarrsaal redlich verdient. Mitglieder des Pfarrgemeinderats hatten sie vorbereitet und bereits tags zuvor fleißig Gemüse geputzt, gewaschen und geschnippelt. In aller Frühe war das Ganze dann miteinander vermischt, gekocht und würzig abgeschmeckt worden, so dass sich die Gottesdienstbesucher an einer deftigen Gemüse-Kartoffel- und Kürbiscremesuppe laben konnten. Freuen durften sich nicht nur die Gläubigen, sondern auch das Misereor-Hilfswerk der katholischen Kirche. Denn dank Geld- und zuvor auch Zutatenspenden erhält es 200 Euro als Erlös der Aktion.
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