Erst Gutachten, dann Konzept

Pfarrhof Gebenbach: Idyllisch liegt er mitten im Dorf und trotzdem im Grünen. Von Weitem sieht seine Bausubstanz auch gar nicht einmal so schlecht aus. Bilder: swo (2)
Lokales
Gebenbach
21.04.2015
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Ein Verkauf dürfe nur die allerletzte Option sein: Die Zukunft des Pfarrhofs stand im Mittelpunkt einer Versammlung der Pfarrei Gebenbach. Schnell stellte sich dabei heraus, dass einem Großteil der Gläubigen viel an dem denkmalgeschützten Gebäude liegt.

Das älteste Bauwerk in der Pfarrei stammt vermutlich aus dem Jahr 1596 und steht, wie sollte es anders sein, natürlich unter Denkmalschutz. In der Zeit der Säkularisation kam das Gebäude in staatliche Hand und erst im Jahre 2007 übernahm es die Diözese wieder - es ging damit in den Besitz der Kirchenstiftung in Gebenbach über.

Ohne Erfolg bemüht

Schon als das Gebäude noch in staatlicher Hand war und besonders danach, bemühte sich die Kirchenverwaltung intensiv darum, Sanierungen genehmigt zu bekommen, allerdings ohne Erfolg. Zuletzt wurde das Vorhaben immer wieder von der Diözese mit der Begründung abgelehnt, zuerst sei die pastorale Zukunft der Pfarrei zu klären. Nach dem Weggang des langjährigen Pfarrers Dr. Joseph Madathiparampil und der Realisierung der Pfarreiengemeinschaft aus Hahnbach, Gebenbach und Ursulapoppenricht scheint diese geklärt zu sein. Nach der momentanen pastoralen Planung der Diözese erhält die Gemeinschaft einen Vikar, der in Gebenbach ansässig sein soll. Wegen des schlechten Zustandes des Pfarrhofes ist für ihn ein Haus angemietet.

Umfassende Sanierung

Seither arbeitet die Kirchenverwaltung noch intensiver an einer Sanierungslösung. Natürlich macht diese nur einen Sinn, wenn sie umfassend ist und ein Nutzungskonzept dahintersteht. Dies sehen vor allem auch die Diözese und das Landesamt für Denkmalpflege so. Es liegt auch nahe, das Gebäude so zu nutzen, wie in früheren Zeiten - als Pfarrhof.

Das Haus ist entsprechend den Vorgaben der Diözese für ein Pfarrvikarshaus mit Büro schlichtweg viel zu groß. Eine zusätzliche Nutzung müsste daher noch gefunden werden, was sich aber ebenfalls als nicht so einfach gestaltet. Wer würde schon in einem Haus wohnen wollen, in dem noch Übungs- oder Jugendräume oder dergleichen untergebracht sind?

Außerdem kommt man mit einem derartig geänderten Nutzungskonzept in einem siebenstelligen Kostenbereich, der für die Pfarrei auch bei Zuschüssen nicht mehr zu bewältigen ist. Insbesondere die Dachkonstruktion weist erhebliche Mängel auf, da in den vergangenen Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten immer wieder Veränderungen sehr unprofessionell vorgenommen wurden. Dies ist umso bedauerlicher, als das Dachgeschoss bisher nicht genutzt wird und eine Nutzung auch aus Kostengründen nicht sinnvoll möglich ist.

Verkauf als Option

Die Kirchenverwaltung sieht sich daher veranlasst, in alle Richtungen die Möglichkeiten für die Weiternutzung des Gebäudes zu eruieren. Derzeit ist man auf der Suche nach einem Sachverständigen, der ein Verkehrswertgutachten erstellt, da inzwischen auch ein Verkauf nicht mehr ausgeschlossen werden kann, was die Diözese als mögliche Option ins Gespräch brachte.

In der Versammlung war man sich jedoch ziemlich schnell einig, dass dies nur die allerletzte Option sein dürfe. Auch die Gemeinde Gebenbach hat sich mittlerweile eingeschaltet. Bürgermeister Peter Dotzler sicherte jegliche Unterstützung sowohl bei der Planung eines Nutzungskonzeptes als auch bei einer späteren Umsetzung zu. Angeregt wurde von der Versammlung auch die Gründung einer "Interessengemeinschaft Pfarrhof", die bei den Konzepten mitwirken könnte.
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