Für ewiges Leben entscheidend

Der ehemalige Pfarrer von Gebenbach, Dr. Joseph Madathiparampil (rechts), forderte die Gläubigen auf, den Anderen zu verzeihen. Als Konzelebrant feierte Pfarrer Marek Michalok (links) den Gottesdienst mit.
Lokales
Gebenbach
11.09.2015
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Die Freude war groß in der Pfarrei Gebenbach, dass mit Pfarrer i. R. Dr. Joseph Madathiparampil der ehemalige und langjährige Geistliche an seine alte Wirkungsstätte zurückkam. Entsprechend war das Gotteshaus komplett gefüllt.

Pfarrer Joseph hatte gleich einen ganzen Bus voller Wallfahrer, der vom Krankenpflegeverein Hohenkemnath unter der Leitung von Josef Huf organisiert wurde, mitgebracht. Selbst die Organistin Elisabeth Huf hatten sie zum Tag der behinderten und kranken Menschen dabei, ebenso wie Pfarrer Marek Michalok von der Pfarreiengemeinschaft Hausen-Hohenkemnath.

Nicht verwunderlich

Jenen, die Leid zufügen, verzeihen, so lautete das Thema des Gottesdienstes. So war es nicht verwunderlich, dass der Prediger gleich zu Beginn die Frage aus dem Evangelium übernahm, die lautete: Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal, so laute die Antwort Jesu - eigentlich immer. "Ein hoher Anspruch", stellte der Pfarrer fest. Verzeihen heiße immer auch Verzicht auf gerechten Ausgleich oder Wiedergutmachung, die mir der Andere schulde. Dies sei aber Grundvoraussetzung, um menschliches Zusammenleben überhaupt zu ermöglichen. Viele Ehen gingen heute in die Brüche, wegen der Unfähigkeit, verzeihen zu können. Eheberater sprächen davon, dass die Frustrationstoleranz bei jungen Paaren heute oft sehr gering sei. Der Apostel Paulus mahnt in seinen Briefen öfter, einander zu verzeihen, wenn einer dem Anderen etwas vorzuwerfen habe.

Deutlich vor Augen

"Bei jedem Vater unser werden wir daran erinnert, dass wir selbst Schuldner Gottes sind und von seiner Großmut und Güte leben. Im Gleichnis vom unbarmherzigen Diener führt uns die Bibel dies deutlich vor Augen", legte der Geistliche dar. Vergebungsbereitschaft sei nicht nur für unser Leben jetzt, sondern für das ewige Leben von entscheidender Bedeutung. Es werde beim letzten Gericht nicht genügen, zu sagen, ich habe meinem Nächsten nichts Böses getan. Unser Herr und Schöpfer wolle, dass wir ihm Gutes tun, barmherzig und verzeihend seien.

Der Ausspruch Jesu, "Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden", sei nicht so zu verstehen, als würde Gott von uns eine Vorleistung verlangen. Vielmehr verschlössen wir uns der Barmherzigkeit Gottes, wenn unser Herz verhärtet bleibe. Gottes Bereitschaft zur Vergebung gehe sogar so weit, wie es bereits der Prophet Ezechiel verkündete, als er sagte: "Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Wer nicht bereit sei, den Menschen Liebe und Vergebung zu schenken, der verschließe sich vor Gott und seiner Vorsehung. Er gebe der vergebenden Liebe Gottes keinen Raum in seinem Herzen. Wenn unser Herz verhärtet bleibe anderen gegenüber, könne Gott nicht vergeben, so sehr er es auch wollte, fügte Pfarrer Joseph an.

Nach dem Gottesdienst trafen sich viele der Besucher im Zelt der Pfarrei, wo Dr. Madathiparampil bei einer Tasse Kaffee oder Bier und Bratwürsten gefragter Gesprächspartner war.
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