Gebenbachs Trainer Markus Kipry setzt auf "sehr guten und breit aufgestellten Kader" - ...
Nicht von Anfang an unten reinrutschen

Lokales
Gebenbach
16.07.2015
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(frü) Das Oberpfälzisch verstehen sie nach zehn Jahren "schon recht gut", sagt Markus Kipry, "nur sprechen können wir es halt nicht". Der 40-Jährige stammt aus Papenburg in Niedersachsen, sein Trainerkollege Jens Matthies (38) aus Hamburg. Beide feierten mit der DJK Gebenbach den Titelgewinn in der Fußball-Bezirksliga Nord und starten am Samstag, 18. Juli, bei Sturm Hauzenberg in das "Abenteuer Landesliga Mitte". Mit vertauschten Rollen.

Anfang Mai hatte Jens Matthies sein Amt als Spielertrainer abgegeben. Aus familiären Gründen. Markus Kipry, Trainer der zweiten Mannschaft und oft als Co-Trainer bei der "Ersten" an der Seitenlinie, übernahm. Ein Modell, das für die neue Saison sowieso geplant war, wenn auch in umgekehrten Funktionen. Kipry: "Ab einer bestimmten Spielklasse funktioniert es mit einem alleinverantwortlichem Spielertrainer nicht mehr. Angedacht war, dass ich als Co-Trainer außen stehe. Jetzt bin ich halt der Cheftrainer und Jens Co-Trainer und als Spieler mein verlängerter Arm auf dem Feld." Kipry sieht sich und Matthies als echtes Trainer-Team. Übungseinheiten, Taktik, Aufstellung - alles wird gemeinsam besprochen. Wenige Tage vor dem ersten Spiel der Gebenbacher in Hauzenberg ("Das ist schon richtungsweisend") ist Markus Kipry zufrieden mit der Vorbereitung, sagt, was er von seiner Mannschaft erwartet - und warum der FV Vilseck ein warnendes Beispiel ist.

In den Testspielen ging es gegen den Regionalligisten FC Amberg (1:2), den Bayernligisten Bayern Hof (6:1) sowie den ASV Pegnitz (3:4), FSV Stadeln (2:2) und ASV Veitsbronn (2:2) aus der Landesliga. Haben Sie bewusst höherklassige Gegner ausgesucht?

Kipry: Ja! Ich wollte, dass wir uns relativ schnell an das höhere Spielniveau gewöhnen, auch an das höhere Tempo.

Hat das geklappt?

Kipry: Das war ganz ordentlich, was die Jungs da gespielt haben, sie haben sich gut aus der Affäre gezogen. Der Knaller war natürlich das 6:1 gegen Bayern Hof, obwohl man das auch nicht überwerten darf. Die sechs Neuzugänge haben sich nahtlos eingefügt, sie passen zu 100 Prozent in diese Mannschaft. Aber das war Vorbereitung. Wo wir wirklich stehen, wissen wir nach den ersten zwei, drei Spielen.

Mit welchem Ziel gehen Sie in die neue Saison?

Kipry: Das oberste Ziel ist der Klassenerhalt. Alles andere wäre dann das i-Tüpfelchen obendrauf. Wir müssen zusehen, dass wir nicht von Anfang an unten reinrutschen und so viele Punkte verlieren, die wir in der Rückserie nicht mehr aufholen können.

So erging es in der vergangenen Saison dem FV Vilseck. Ist er ein warnendes Beispiel?

Kipry: Ja natürlich. Aber nicht nur Vilseck - alle Aufsteiger der vergangenen Saison sind ein warnendes Beispiel, denn bis auf Hutthurm sind alle gleich wieder abgestiegen.

Was wollen Sie besser machen als die Aufsteiger der vergangenen Saison?

Kipry: Ich hoffe, dass wir von Anfang an diese Liga nicht unterschätzen, dass wir uns auch von den Vorbereitungsspielen nicht blenden lassen - und auch nicht davon, dass wir gute Neuzugänge haben. Sondern dass wir wirklich als Team funktionieren.

Warum tun sich denn die Neulinge so schwer?

Kipry: In der Landesliga wird schneller gespielt, taktisch viel, viel besser gearbeitet und auch die Zweikampfhärte ist eine ganz andere. Das ist schon ein großer Unterschied zur Bezirksliga.

Was macht Ihnen Mut für das "Unternehmen Landesliga"?

Kipry: Dass wir einen sehr guten Kader haben. Und, was ganz wichtig ist: Einen breit aufgestellten Kader. Dass uns Verletzungen nicht zurückwerfen, weil wir fehlende Spieler eins zu eins ersetzen können.

Anders als in der Bezirksliga-Saison sind Sie eigentlich in jedem Spiel Außenseiter. Ist das nicht sogar ein Vorteil?

Kipry: Absolut. Ich denke, dass wir sogar mehr Räume bekommen. Bei unseren schnellen, technisch starken Offensivspielern ist das kein Nachteil. Wir werden in der Landesliga sicherlich die ein oder andere Mannschaft überraschen können.

Gebenbach ist ein Ort mit 938 Einwohnern. Ist da Landesliga-Fußball nicht eine Nummer zu groß?

Kipry: Der Verein ist gefestigt, das ganze Drumherum passt einfach. Wir haben viele Leute, die mit Leidenschaft und Herz für den Verein arbeiten. Nur so ist das Unterfangen auch machbar. Die Aufgaben sind auf viele Schultern verteilt. Deshalb glaube ich nicht, dass es eine Nummer zu groß ist. Wir können das bewältigen.

Bei aller Zuversicht: Was, wenn es mit dem Klassenerhalt nicht klappt?

Kipry: Dann war es für die DJK Gebenbach, für jeden einzelnen Spieler, eine tolle Erfahrung. Und dann spielt man halt wieder Bezirksliga und hat viele tolle Derbys. Das ist ja auch nicht das Schlechteste.
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