Habt ihr heute schon gebetet?

"Für andere beten" lautete das Thema beim Familiengottesdienst der Mausbergfestwoche. Das Familiengottesdienst-Team hatte ihn mit den Kindern vorbereitet, die ihre Gedanken zum Thema unter anderem in den Fürbitten formulierten (Bild). Bild: swo
Lokales
Gebenbach
09.09.2015
1
0

"Habt ihr heute schon geatmet"? Mit einer ungewöhnlichen Frage begann Pfarrer Dr. Christian Schulz (Hahnbach) den Familiengottesdienst beim Mausbergfest. Sie sei sogar abwegig, denn wenn es nicht so wäre, würde niemand anwesend sein.

Schwieriger gestalte sich die Antwort auf "Habt ihr heute schon gebetet?". Der Theologe John Henry Newman sagte einmal: Beten ist das Atmen der Seele. Das Gebet eines Einzelnen könne viel bewirken (so wurde es auch in der Lesung vorgetragen). Es gebe viele Bücher über Arten zu beten oder Gebetbücher, so der Pfarrer. Am einfachsten sei es jedoch, sein Leben im Gebet zu Jesus und zu Gott zu bringen und ihm etwa am Abend zu erzählen, was der Tag gebracht habe.

Was man mit einem Gebet für andere erreichen kann, erzählte Schulz aus eigener Erfahrung. In einer seiner früheren Pfarreien litt ein Ministrant unter starken Depressionen. Er wollte nichts mehr essen, nicht mehr reden und sogar nicht mehr leben. Immer wieder sprach ihm der Pfarrer Mut zu, doch ohne Erfolg. Bei einem Besuch in einem Kloster erzählte Schulz den Schwestern von dem Ministranten und bat sie, für diesen zu beten. Als ihn der Geistliche danach im Krankenhaus besuchte, war er wie ausgewechselt und sagte: "Herr Pfarrer, wenn ich mich jetzt nicht aufmache, dann bin ich am Ende." Er fasste neuen Lebensmut.

Natürlich gebe es viele ähnliche Situationen, in denen das Gebet für andere erhört worden sei, ohne dass man diese überhaupt kenne. Und manchmal bete man für sich selbst oder andere, ohne dass es offensichtlich nütze. "Wir dürfen uns jedoch sicher sein, dass Gott für alle das Beste bereithält und niemanden fallen lässt." Niemand könne sich den ganzen Tag in die Kirche setzen, um zu beten, aber ein kurzer Gedanke an Gott im Supermarkt oder an andere beim Stadtbummel sei immer möglich. Schließlich sei das Schönste im Gebet, andere mit einzuschließen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.