Kaplan Thomas Kohlhepp findet ihn als Prediger auf dem Mausberg im Sonntagsevangelium
Den Zauber "Sesam öffne dich" gibt es

Kaplan Thomas Kohlhepp (der Priester rechts) feierte zusammen mit Pfarrvikar Christian Preitschaft eine Eucharistie am Nachmittag des Eröffnungstages auf dem Mausberg. Bild: swo
Lokales
Gebenbach
08.09.2015
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Der Kälte trotzten am Nachmittag des Eröffnungstages auf dem Mausberg viele Wallfahrer. Sie kamen, wenn auch schon etwas herbstlich gekleidet, wieder sehr zahlreich zum Wallfahrtsort, um sich körperlich und seelisch zu stärken. Als Festprediger und Zelebranten begrüßte Pfarrvikar Christian Preitschaft an diesem Nachmittag Thomas Kohlhepp. Er ist seit kurzem Kaplan in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Furth im Wald und war zuvor in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Amberg. Mit seiner Predigt fügte der Kaplan sich nahtlos in das vorgegebene Thema Barmherzigkeit ein.

Wie bei Ali Baba

Er begann mit einem Auszug aus dem Märchen Ali Baba und die 40 Räuber. Dabei erzählte er die Episode, in der Ali Baba die Räuber beobachtete, als diese mit der Zauberformel "Sesam öffne dich" eine Höhle in einem Berg öffneten. Kohlhepp stellte die Frage, ob wir nicht auch oft einen magischen Zauber wie im Märchen suchten, wenn wir in einer Sackgasse stecken. Auch die Gläubigen seien heute zu einem Berg gekommen - zum Mausberg - und viele von ihnen sehnten sich nach einem Zauber. Diesen Zauber gebe es, sagte der Kaplan, aber keineswegs von den Räubern, und er heiße auch nicht "Sesam öffne dich", sondern wie Jesus im Evangelium sage: "Effata". Christus öffne auch uns Ohren und Mund. "Gott macht redend und hörend und schaut nicht auf die Person." Sein Heil gelte allen Menschen "auch und vor allem jenen, die verzagt sind. Er kann uns den Weg zeigen und zu Gott führen, wenn wir die anderen hinnehmen, wie sie sind, und uns barmherzig ihnen gegenüber zeigen."

In Jesus werde die Barmherzigkeit des Vaters lebendig und sichtbar, habe Papst Franziskus gesagt. "Der Taubstumme im Evangelium erfuhr das hautnah. Sein Leben war wie ein großer Stummfilm. Jesus berührte ihn mit seinen Fingern und mit seinem Wort." Das könne man auch als Hinweis auf unsere Aufgabe als Christen sehen, sagte Kohlhepp: "Wir sollen Gottes Barmherzigkeit sichtbar machen."

Wer Barmherzigkeit aus seinem Leben streiche, der lebe, als ob es Gottes Barmherzigkeit nicht gäbe, obwohl er letztlich vielleicht einmal darauf angewiesen sei. Man müsse immer sein Bestes geben, so wie es Gott mit seinem Sohn getan habe.
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