Mausberg: Dominik Mitterer predigt bei Tag der Vereine
Unfähig zu trauern

Pfarrer Dominik Mitterer forderte die Gläubigen auf, auf Trauernde zuzugehen und ihnen Trost und Beistand zu sein. Bild: swo
Lokales
Gebenbach
15.09.2015
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(swo) "Ein schwieriges Thema", meinte Pfarrvikar Christian Preitschaft zu der Materie, die Pfarrer Dominik Mitterer zum Tag der Vereine und Verbände beim Mausbergfest in seiner Predigt beackerte: Trauernde trösten. Die Männergesangvereine aus Ursulapoppenricht und Gebenbach gestalteten die Messfeier mit. Die Zelebranten Dr. Christian Schulz, Dominik Mitterer (Poppenricht), Dr. Joseph Madathiparampil und Christian Preitschaft zogen mit den Fahnenabordnungen der Vereine in die voll besetzte Kirche ein.

Wir seien irgendwie hilflos, wenn wir jemandem gegenüberstünden, der gerade einen geliebten Menschen zu Grabe tragen musste, sagte Mitterer. Man habe Angst, man könnte etwas Falsches sagen. "Dabei sind wir doch alle früher oder später einmal Betroffene und müssen von einem geliebten Menschen für immer Abschied nehmen."

Alltag ohne Tod

Aber Sterben komme in unserem Alltag kaum noch vor, und die Unfähigkeit, mit Trauer umzugehen, sei in den vergangenen Jahren gewachsen. Beisetzungen fänden in aller Stille, im Familienkreis oder im Wald statt, meinte der Pfarrer. Das ewige Leben bei Gott sei an den Rand gerückt. Dabei sei Trauer so wichtig und helfe, den Verlust zu bewältigen.

Aber wie geht man mit einem Menschen um, der trauert? Trauer sei wie eine tiefe, schmerzende Wunde, die man behutsam versorgen müsse. Die Tränen, die Wut, die Ängste, die Ohnmacht und alles, was zur Trauer gehöre, sei wie ein Pflaster, das die Wunde schütze und ihr beim Heilen helfe. Ein Patentrezept zur Heilung der Wunde gebe es indes nicht. Man könne jedoch ein Stück des Weges mit den Trauernden mitgehen. Dabei müssten wir zuerst einmal die Hilflosigkeit aushalten und das Leid des Betroffenen ernst nehmen. Zum Trösten reichten oft schon kleine Gesten wie ein kurzer Anruf, die Einladung zu einer Tasse Tee oder zu einem Spaziergang, bei dem man ins Gespräch kommt.

Trost wie Wundsalbe

Christus habe es auch nicht nur beim Zuhören belassen, sondern den Emmausjüngern die Hilfe gegeben, die sie brauchten, um ihren Alltag wieder zu meistern. Er habe ihnen neue Hoffnung gegeben. Trauer sei immer mit der Suche nach Sinn und Antworten verbunden, hier müssten Christen mutig sein und über die frohe Botschaft vom Leben nach dem Tod sprechen. Wie eine Wundsalbe seien der Trost, der Beistand durch Menschen und das Vertrauen auf Gott. Wenn dieser Trost langsam heranreife, dann geschehe Heilung und die Wunde der Trauer vernarbe.
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