Mausbergfest thematisiert "Sünder zurechtweisen"
Ein Akt der Liebe

In diesem Jahr konnten Pfarrvikar Christian Preitschaft und die Gläubigen den Kreuzweg zum Mausberg wieder im Freien beten. Im vergangenen Jahr hatte man wegen Regens in die Kirche ausweichen müssen. Bild: swo
Lokales
Gebenbach
14.09.2015
12
0
Im vergangenen Jahr musste der Kreuzweg zum Mausbergfest in die Kirche verlegt werden. Diesmal konnten die Gläubigen bei angenehmer Witterung ihre Gebete an den Stationen die Allee hinauf zum Wallfahrtsberg sprechen.

Droben angekommen feierten alle den Dekanatsgottesdienst, an der Orgel begleitet von Sonja Binder. Zu Pfarrvikar Christian Preitschaft gesellten sich dafür auch die Pfarrer Norbert Götz (Wutschdorf) und Bernhard Huber (Freihung), Pfarrvikar Stefan Anann (Großschönbrunn), Ruhestandspfarrer Hans-Peter Heindl (Hahnbach) sowie Dekan Walter Hellauer (Sulzbach-Rosenberg/St. Marien). Letzterer hielt die Predigt "Sünder zurechtweisen". Zurechtweisen: Das sei kein sympathisches Wort, sagte Hellauer - es klinge nach gerunzelter Stirn und erhobenem Zeigefinger. Den Sünder zurechtweisen? Wer habe denn das Recht, das zu tun, als ob er nicht selbst einer wäre?

Auch Jesus betone im Evangelium vom Splitter im Auge, dass sich niemand anderen gegenüber als moralische Instanz aufspielen soll. Wie könne aber dann "Sünder zurechtweisen" ein geistliches Werk der Barmherzigkeit sein? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. habe es daher auch einmal - vielleicht besser passend - "geschwisterliche Zurechtweisung" genannt.

Keiner von uns sehe seine Fehler, unterstrich Hellauer. Daher sei es ein Akt der Liebe, einander zu korrigieren. Natürlich erfordere dies auch viel Demut. Geschwisterliche Korrektur bedeute nicht, einen anderen niederzumachen oder ihm einmal richtig die Meinung zu sagen. Es gehe vielmehr um einen Akt der Liebe: Man könne nicht ruhigen Gewissens dabeistehen, wenn jemand in seinem Leben den falschen Weg einschlage. Jedoch müssten wir aufpassen, dass wir ihn damit nicht bloßstellen oder einen wunden Punkt berühren - vor allem aber, ob wir selbst bereit wären, eine solche Korrektur anzunehmen. Wenn nicht, wäre es sicher besser, zu schweigen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.