Vielstimmig auch nach 90 Jahren

Wackere und sangesfreudige Männer gibt es nun schon seit 90 Jahren beim Gebenbacher Verein. Unser Bild zeigt eine Aufnahme aus dem Jahr 1961. Bild: hfz
Lokales
Gebenbach
18.04.2015
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Sangesfreudige, vorwiegend aus Atzmannsricht, regten 1925 an, einen Verein ins Leben zu rufen. Die Gründungsversammlung fand großen Zuspruch: 36 Männer und Burschen hatten sich im Schulsaal eingefunden. Inzwischen sind 90 Jahre vergangen und der Männergesangverein Gebenbach blickt heute mit einem großen Konzert in der Mehrzweckhalle auf die Vergangenheit zurück.

Liebe zum Gesang und fleißiger Probenbesuch sowie die Bereitschaft, Opfer an Zeit und Geld zu bringen, waren die Bedingungen, die der damalige Hauptlehrer Dausch an die Sänger stellte, damit er die Leitung des Gesangvereins übernahm. Bereits einige Wochen nach der Gründung wurde ein Klavier für 900 Mark angeschafft, das mit Anteilsscheinen und Spenden finanziert wurde. Zweimal pro Woche wurde geprobt. Die Teilnehmer kamen dazu zu Fuß aus den umliegenden Dörfern und beugten sich der damals strengen Disziplin: Wer dreimal unentschuldigt fehlte, dem drohte der Rauswurf.

Die Lustbarkeitssteuer

1928 zählte der Verein mit 50 Sängern seine höchste Mitgliederzahl vor dem Krieg. Es war eine Zeit mit vielen Auftritten, Faschingsabenden, Christbaumfeiern, Gartenfesten und Kontakten mit Nachbarvereinen. Die damalige Lustbarkeitssteuer musste der Vereinswirt bezahlen, der auch den Bierpreis nicht ohne Vorstandsgenehmigung erhöhen durfte.

Viele Heimatvertriebene

In den 1930er-Jahren verflachte das Vereinsleben und ab 1933 erloschen die Eintragungen im Protokollbuch mit dem kurzen Satz: "Dann kam der Krieg." Nach langer Pause startete der Verein 1948 neu, wobei der schwer Kriegsgeschädigte Hans Kellner wertvolle Aufbauarbeit leistete. Auf 26 Sänger zählte der damalige Lehrer Konrad Grasser, die nach kurzer Zeit auf fast 50 Aktive, darunter viele Heimatvertriebene, anwuchsen. Kirchliche Auftritte, Sängerwettstreit, Theater, Ausflugsfahrten, Sängerbälle spiegelten das Vereinsleben wider.

Auf Grasser folgten als Leiter des Chores 1952 die Lehrer Pecher und Stelzer sowie Hauptlehrer Willi Fröhlich. 1955 wurde das 30-jährige Bestehen im Wendlgarten mit Fahnenweihe, Festdamen und -braut ausgerichtet. 1961 wurde Alfons Schöpf Vorsitzender und hatte das Amt dann bis 1970 inne. Unter seiner Regie begingen die Sänger 1965 das 40-Jährige. Ab 1975 wurde regelmäßig ein Sing- und Spielabend mit musikalischen Gruppen der Gemeinde veranstaltet. Groß wurde das 50-Jährige am neuen Festplatz gefeiert. Stets zeigte sich der Verein spendabel: So gingen bis 2000 knapp 10 000 Mark an die Kirchen in Gebenbach, Mausberg und Atzmannsricht.

Etliche Höhepunkte

Ab 1978 fungierte Josef Bäumler als Leiter, ihm folgte 1980 Franz Kredler. Höhepunkte im Vereinsleben waren neben den Frühjahrs- und Adventskonzerten 1991 der erste Auftritt des MGV-Viergesangs, 1993 das Adventssingen mit dem Posaunenchor Thansüß und dem Liederkranz Freihung, 1994 der Auftritt eines Jugendchors aus Schlüchtern in Hessen, 1997 der erste Auftritt des neu gegründeten Landfrauensingkreises, 2000 die Ausrichtung des Kreissängertags, 2001 das aufsehenerregende Klosterhofsingen in Ensdorf mit einem 50-köpfigen Chor und 2005 das Ausrichten des 80-jährigen Bestehens mit 25 Aktiven.

Nachwuchs gesucht

Damit der Männergesangverein Frohsinn noch viele weitere Jahre besteht, werden Nachwuchssänger gesucht. Das große Festkonzert zum 90-jährigen Bestehen beginnt heute um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle in Gebenbach. Karten zu je fünf Euro gibt es an der Abendkasse.
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