Dorferneuerung in Kainsricht soll beginnen
Ziel: Runderneuertes Zentrum

Politik
Gebenbach
07.11.2016
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Die Trasse soll entlang der B 14 verlaufen und über Krondorf und Burgstall nach Urspring führen. Für Thomas Kraus (JA) eine Katastrophe: "Das durchschneidet unsere Wälder, Wiesen und Felder. Wir können dem Bau auf keinen Fall zustimmen." Mit dieser Meinung steht Kraus nicht allein. "Tennet plant doch dort seine Trassen, wo am wenigsten Widerstand ist. Warum bauen die nicht in Autobahnnähe?", erboste sich Markus Rösch (CSU). Seien die Korridore aber erst einmal festgelegt, gelte "das Gebot der Alternativlosigkeit". "Deshalb müssen wir ihnen schon jetzt Steine in den Weg legen", forderte er. Die Räte wollen dem Netzbetreiber eine Liste mit Argumenten vorlegen, warum eine Stromtrasse nicht durch Gebenbach verlaufen kann und darf, als da wären: Bodenschätze wie Sandabbau bei Krickelsdorf, Bodendenkmäler bei Burgstall, ein Wasserschutzgebiet und ein Biotop. (esm)

Was lange währt, wird endlich gut. Viele Jahre haben die Kainsrichter auf ein Gemeinschaftshaus und einen neuen Dorfplatz gewartet. Jetzt steht die Dorferneuerung endlich in den Startlöchern.

Karl Spindler vom gleichnamigen Planungsbüro stellte dem Gebenbacher Gemeinderat bei dessen Sitzung Ideen für einen Dorftreff vor. Hier hat die Kommune die Qual der Wahl: neu bauen oder renovieren. "Der Vorteil eines Neubaus wäre, dass er barrierefrei zugänglich ist", gab Spindler zu bedenken. Punkten könnte ein neues Haus mit einer Terrasse und Parkplätzen. Die ideale Lage dafür ist für den Experten die Ortsmitte.

Alt oder neu?


Will die Gemeinde keinen Neubau in Angriff nehmen, könnte sie stattdessen ein altes Anwesen renovieren. "Das ist aber nur eine Denkvariante", betonte Spindler. Zwar gebe es in Kainsricht ein stark renovierungsbedürftiges Gebäude, das als Dorftreff in Frage käme. Fraglich sei aber, ob der Besitzer bereit sei, es herzugeben. "Aber darüber kann man ja reden", meinte Markus Rösch (CSU). Seiner Meinung nach habe dieses Haus Charme, und der Dorfanger bleibe dadurch frei.

Schutz vor Hochwasser


Einen zentralen Treffpunkt haben die Kainsrichter zwar nicht, dafür regelmäßige Überflutungen. "Deshalb müssen wir unbedingt den Hochwasserschutz verbessern", betonte Spindler. Je nach Ortsteil kämen dafür eine Wassersammelstelle, neue Betonschalen oder ein breiterer Graben in Frage. "Da muss man halt schauen, ob es sinnvoller ist, den Wasserfluss zu bremsen oder den Abfluss zu beschleunigen."

Der Experte lenkte den Blick vor allem auf die Straßensituation. Es sei geplant, auch die Straßen im Ort zu verbessern. "Breite und Linienführung sollen bleiben, aber der alte Belag muss weg", forderte er. Weil die Teerwege in der Ortsmitte zusammenlaufen, solle dort ein neuer Platz entstehen.

Neben Grünstreifen und Vorgärten machen auch die Felsenkeller Kainsricht attraktiv. Spindler dazu: "Die Bürger sind sich einig, dass die Erdkeller erhalten bleiben sollen." Bevor aber an diesen gearbeitet werden kann, müssen die Räte überprüfen, ob sie sich auf Gemeinde- oder Privatgrund befinden.

An ihrer Kapelle hängen die Kainsrichter ebenfalls, hätten sie aber gern schöner. "Der Turm braucht unbedingt eine Generalsanierung und eine Glocke", erklärte der Planer. Der Graben rund um das Gotteshäuschen soll bleiben, weil Kinder dort gerne spielen. "Das können sie auch weiterhin, der Graben wird nur etwas abgeflacht", kündigte Spindler an.

Geld ist vorhanden


Wie hoch die Kosten für die Dorferneuerung ausfallen, kann und will Spindler noch nicht abschätzen. Er zeigte sich aber relativ sicher, dass sich die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) großzügig sein würde, wenn die Gemeinde die Innenentwicklung angehe. Auch der Gemeinderat war zuversichtlich: Die Kommune habe ein festes Budget, der Fördersatz liege bei rund 49 Prozent, und mit verschiedenen Boni sei auch zu rechnen.

Der Planungsentwurf gefiel den Räten, dementsprechend einig waren sie sich bei der Freigabe. Der Antrag wird nun beim Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth eingereicht.


"Wäre Katastrophe"Von Tennet wollen sich die Gemeinderäte nicht linken lassen: Dass sich Bürger an dem geplanten Süd-Ost-Link des Netzbetreibers beteiligen dürfen, sehen sie als Show-Veranstaltung an. Tatsache sei aber, dass ein Erdkabel-Korridor durch Gebenbach verlaufen solle. Die Räte wollen für Tennet Hürden aufbauen.

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