Auftakt des Mausbergfestes nach Maß
Blühenden Garten bebauen und behüten

Regens Martin Priller (Mitte) feierte zusammen mit Pfarrer Martin Schöpf (rechts)und Pfarrvikar Christian Preitschaft (links) sowie Hunderten Wallfahrern den Eröffnungsgottesdienst zum Mausbergfest. Er forderte sie auf, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen. Auf der Empore gestaltete die Blasmusik Gebenbach den feierlichen Gottesdienst mit Liedern und Instrumentalstücken. Bild: swo
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Gebenbach
04.09.2016
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Einen Auftakt nach Maß hatte am Sonntag die Festwoche auf dem Mausberg. Bei angenehmem Sommerwetter - und der angekündigten kurzen Unterbrechung des Spätsommers - strömten die Pilger scharenweise zum Wallfahrtsort bei Gebenbach. Sie füllten die Bänke in der Kirche und vor ihr bereits zum Gottesdienst.

Die Gebenbacher Blasmusik leitete mit feierlichen Klängen, unter der Stabführung von Gerhard Böller, den festlichen Gottesdienst ein und gestaltete ihn mit.

Der Festprediger, Monsignore Martin Priller, Regens am Priesterseminar in Regenburg, besuchte erstmals das Bergfest, das er bisher nur vom Hörensagen kannte. Er fügte an, dass es ein schöner Zufall sei, dass die Festwoche zum Thema "Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit" gerade zu jener Stunde eröffnet werde, in der Papst Franziskus in Rom Mutter Theresa von Kalkutta heiligspreche. Kaum eine andere Figur des 20. Jahrhunderts stehe so überzeugend für das Thema Barmherzigkeit wie der "Engel der Armen".

Auch der Papst werde nicht müde, Barmherzigkeit als Wesensmerkmal des Christlichen herauszustellen. Als aktuell und sensationell bezeichnete der Monsignore eine Meldung, die kürzlich herauskam, wobei nicht jede Sensation Beachtung finde, so der Pfarrer. In seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung habe Franziskus vergangene Woche angeregt, den sieben leiblichen und geistlichen Werken der Barmherzigkeit ein Achtes hinzuzufügen. Es sei ein Werk, das zugleich beiden Kategorien der Barmherzigkeit zugeordnet werden könne. Der Pontifex nannte es "die Sorge um das gemeinsame Haus".

In seiner Enzyklika "Laudato si" habe der Heilige Vater anklagend gesagt, Gott habe der Menschheit einen blühenden Garten gegeben, ihn zu bebauen und zu behüten. Wir seien jedoch dabei, durch verantwortungsloses egoistisches Verhalten daraus eine Schutt-, Wüsten- und Schmutz-verseuchte Ebene zu machen.

Nachdem die Gläubigen im Gottesdienst aufgerüttelt worden waren, über ihr Verhalten nachzudenken, hatten sie sich danach die leibliche Stärkung verdient. So wie sie dem Wort Gottes geduldig gelauscht hatten, warteten sie nun an den Verpflegungsständen und in den Festzelten auf ihr wohlverdientes Mittagessen. Frei nach dem zweiten leiblichen Werk der Barmherzigkeit: "Hungernde speisen", wobei sich die anfänglichen Warteschlangen doch rasch lichteten.
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