Ein Unglück schaffte am 24. April 1974 in Gebenbach Fakten
Kirchenneubau unumgänglich

Konzentriert und engagiert bei der Sache war Heimatpfleger Albert Rösch (rechts) am Kirchweihsonntag-Nachmittag in der Kirche und erläuterte den Besuchern die Ausstellung anlässlich des 40. Jahrestages der Weihe des Gotteshauses. Bild: swo
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Gebenbach
11.05.2016
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Mit einem Schlag hatte am 24. April 1974 Gebenbach für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Der Kirchturm war eingestürzt. Spätestens an diesem Tag stand fest, dass ein neues Gotteshaus gebaut werden muss.

Auf reges Interesse stößt in Gebenbach die Bilderausstellung anlässlich des 40. Jahrestages der Weihe der Pfarrkirche St. Martin. Das zeichnete sich bereits bei deren Eröffnung ab. Initiiert wurde die Präsentation von Pfarrgemeinderatssprecher Wolfgang Schöpf und dem Heimatpfleger der Gemeinde, Albert Rösch. Am Sonntag bot er am Rande der Kirchweihfestes Führungen durch die reich bebilderte Dokumentation an, wovon rege Gebrauch gemacht wurde.

Der Heimatpfleger erläuterte seinen Zuhörern, dass es bereits um das Jahr 800 in Gebenbach eine erste Kirche mit den für damalige Verhältnisse relativ großen Ausmaßen von etwa sechs mal zehn Metern gab. Das hätten Funde von Fundamentresten beim Kirchenneubau ergeben. Für viele Jahre danach gebe es allerdings keine weiteren Aufzeichnungen.

Erst im Jahr 1409 taucht die Kirche wieder in Dokumenten auf. Der Anlass war ein recht tragischer. Denn der damalige Pfarrer hatte sich wegen eines Großfeuers im Ort, das schließlich annähernd das ganze Dorf zerstörte, mit seinem Vermögen im Kirchturm in Sicherheit bringen wollen, ist aber qualvoll erstickt, wusste der Heimatpfleger aus entsprechenden Quellen zu erzählen.

Neubau angegangen


Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatten dann die Gebenbacher Gläubigen einen Kirchenneubau in Erwägung gezogen. Es sei aber noch einmal eine Renovierung geworden. Erst in den 1970er Jahren sei dann ein Neubauprojekt gezielt angegangen worden. Mit den ausgestellten Bildern kehrten nun auch wieder die vielen Geschichten und Erinnerungen der Gebenbacher an den Kirchen-Neubau zurück. Einen bleibenden Eindruck hat bei vielen der Einsturz des Kirchturms am 24. April 1974 hinterlassen. Ein Ereignis, das damals auch in den Medien via Fernsehnachrichten landes- bis bundesweit den Ort in die Schlagzeilen gebracht hatte. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden.

Diese und viele andere Anekdoten kommen nun mit der Ausstellung wieder hervor. Rösch greift diese Geschichten auf, ergänzt sie mit seinem umfassenden Hintergrundwissen und gibt all das an die Ausstellungsbesucher weiter. Insbesondere ein geschichtlich interessierter Personenkreis lobte bisher vor diesem Hintergrund diese Dokumentation als wichtigen Beitrag, die historischen Ereignisse in der Pfarrei nicht gänzlich in Vergessenheit geraten zu lassen.

Führungen nach Wunsch


Die Ausstellung gibt es noch bis Sonntag, 29. Mai, in der Apsis der Gebenbacher Pfarrkirche. Zu sehen ist sie jeweils sonn- und feiertags sowie werktags vor und nach den Gottesdiensten. Heimatpfleger Albert Rösch bietet darüber hinaus nach Vereinbarung weitere Führungen außerhalb dieser Zeiten an.
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