Wanderung von Gehenhammer rund um Georgenberg
Blick in den Frühling im Grenz-Land

Ein hübsches Barockensemble schart sich um die Pfarrkirche von Neukirchen zu St. Christoph nördlich von Georgenberg. Die Häuser wurde liebevoll restauriert.
Freizeit
Georgenberg
22.04.2016
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Von der Höhe ein Blick in die weite Landschaft an der Grenze. Angusrinder haben hier eine gute Weide gefunden. Bilder: Barrois (3)

Als sich vor 25 Jahren der Eiserne Vorhang öffnete, rückte auch das Land östlich und südlich von Georgenberg in die Mitte Europas. Die Grenze hat da und dort Spuren hinterlassen, die zum Teil schon wieder überwuchert sind.

Von Rudolf Barrois

Eine Wanderung in dieses Gebiet bringt aber immer noch das Erlebnis der Ursprünglichkeit. Die Landschaft zwischen der alten Mühle von Gehenhammer (Kreis Neustadt/WN), die wir als Ausgangspunkt wählen, bis hinunter nach Hinterbrünst, schließlich zurück nach Westen zum Panorama-Weg nach Georgenberg und zurück zur Mühle bietet reiche Vielfalt farbiger Eindrücke.

Von Parkplatz unterhalb der Mühle führt der Weg, auf dem uns zunächst zwei Kilometer lang das gelb-rotgelbe Symbol des Nurtschweges bis zum Alten Heerweg begleitet, hinauf in den Wald und wendet sich nach 300 Metern nach rechts. Wir folgen der Markierung zunächst bis Neukirchen St. Christoph. Die Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert ist Zentrum eines eindrucksvollen barocken Ensembles, das auf der Anhöhe über der Ortschaft thront.

Nach 250 Metern verlassen wir die Ortsverbindungsstraße und wenden uns nach Süden, bis wir auf die alte Heerstraße stoßen, die von Neuenhammer und Georgenberg Richtung Waldheim an der Grenze führt. Zuvor bietet sich uns an der Waldspitze, wo eine Bank zum Ausruhen einlädt, ein Blick in Richtung Grenze über Neudorf, Schwanhof, Waldheim und Lösselmühle. Auf der Alten Heerstraße, die mit einem Rad markiert ist, erreichen wir nach 500 Metern Waldheim, gehen aber nicht bis zur Grenze, sondern nach rechts Richtung Lösselberg, von dort (7,7 Kilometer lang) - der Markierung "roter Punkt in weißem Feld folgend - nach Süden bis Hinterbrünst. Dort genießen wir im Kastanienhof eine Pause.

Wir folgen weiter dem roten Punkt über die Straße, verlassen nach 300 Metern die Ortsverbindungsstraße und erreichen Oberbernlohe. Vom Rand des Waldes haben wir einmal mehr einen schönen Ausblick auf die Landschaft und auf die Dörfer, die sich in lebendigen Farben in sie hineinschmiegen. Ein weiterer Panoramablick bietet sich nach einem Kilometer, den wir durch den Wald gegangen sind und stoßen schließlich auf den Ortsverbindungsstraße nach Pleystein.

Wir überqueren diese, biegen aber nach etwa 600 Metern nach rechts ab und erreichen nach etwa einem Kilometer den Panoramaweg Nr. 4, der am dieser Stelle einmal mehr einen herrlichen Ausblick über die Wälder und Siedlungen bietet bis hinunter zum Frauenstein und weit nach Tschechien hinein - und nach 1,6 Kilometern über Faislbach Georgenberg erreicht. Von dort gehen wir 2,1 Kilometer weit mit der Markierung Römer alternativ rotes Weinglas auf weißem Grund über den Waffenhammer und eine von dort abbiegende Waldstraße zurück zur Mühle von Gehenhammer, die wir, schließlich in den Mühlenweg einbiegend, erreichen..

Die Jahreszeit taucht die ohnehin reizvolle Natur in ein besonderes Farbenkleid. Noch nicht sehr üppig aber tapfer zeigen sich die Frühlingsblumen wie der Huflattich auf dem Waldboden. Das Grün beginnt sich durchzusetzen. Der Oberpfälzer Waldverein hat Sorge dafür getragen, dass heimische Flora und Fauna einen sicheres Auskommen in der Landschaft haben. Zahlreiche Nistkästen bieten Brutplätze an. Auch für die Fledermäuse ist gesorgt. Es sind vor allem die kleinen Schönheiten, die rechts und links des Weges, der auch Kindern willkommene Abwechslung bietet, Aufmerksamkeit heischen: Blumen, unscheinbares Leben zum Teil, das aus totem Holz aufbricht. Die Landschaft selbst hat durch ihre Lage an der Grenze eine aufregende Geschichte. Sie wird dokumentiert durch die alte Heerstraße, eine der ältesten Verkehrsverbindungen in der Region, durch das eine oder andere sorgfältig restaurierte Gebäude, das sich über die Zeiten gerettet hat. Die Wanderung garantiert ein Erlebnis für die ganze Familie, einen Tag lang, mit schöner Abwechslung und freundlichem Abschluss.

Informationen zur RouteAnfahrt:

Wegen einer Baustelle bei Georgenberg kann die Mühle von Gehenhammer nur über Waldkirch angefahren werden. Waldkirch erreicht man von Weiden über Neustadt an der Waldnaab und die Staatsstraße 2395 über Störnstein, Floß, Flossenbürg. Unmittelbar vor Ortsanfang Flossenbürg biegt die Straße nach Waldkirch ab und führt durch den Ort hindurch nach Gehenhammer. Die Alte Mühle liegt links am Hang.

Strecke:

Die Wanderung ist für die ganze Familie geeignet, und bietet auch Kindern reichlich Abwechslung. Eine erste längere Pause bietet sich nach 5,5 Kilometern in Hinterbrünst auf dem sogenannten Kastanienhof an. Festes Schuhwerk und die Mitnahme eines Fernglases wegen der vielen Aussichtspunkte sind für diese Wanderung zu empfehlen.

Die "Alte Heerstraße":

Die "Alte Heerstraße, auf die wir bei unserer Wanderung stoßen, ist eine frühmittelalterliche Verbindung von Sulzbach über Luhe, das als sogenannter Altstraßen-Stern gilt, über Waldthurn, Neuenhammer und Georgenberg nach Tachau. In Waldheim östlich von Georgenberg, verlässt die Altstraße deutsches Gebiet. Luhe gilt deshalb als Alttrassen-Stern, weil hier von Süden die Magdeburger Straße durch den Ort führt und sich dort mit der Alten Heerstraße und der Letzauer Hochstraße kreuzt.

Auf ihrem Weg in den Osten berührt die alte Handelstraße, die vor allem für die oberpfälzische Eisenindustrie des Mittelalters wichtig war, auch die Urpfarrei Michldorf und Kaimling. Täglich, sie ist überliefert, waren zum Beispiel im Jahr 1475 240000 Fuder Ware (1000 Fuhren) für das Eisenhüttenwesen (Erz, Eisen, Holzkohle) in der Oberpfalz unterwegs. Gesichert wurde die Trasse, die durch Veränderung der Kulturlandschaft vielfach überbaut oder verflacht wurde, durch Burgställe.

Der Verlauf der Straße kann aber auch heute noch im Gelände verfolgt werden. Sie hat vor allem im östlichen Bereich wie von Neuenhammer hinauf zum Rehberg zum Teil tiefe Spuren hinterlassen.
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