Lagerhalle nur noch Schutt

Diese Halle war in der Nacht zum Freitag nicht mehr zu retten. Die Brandursache ist noch unklar. Die Flammen vernichteten neben dem Gebäude auch Maschinen im Wert von insgesamt 300 000 Euro. Bild: dob
Lokales
Georgenberg
07.11.2014
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Großeinsatz in Oberrehberg: 129 Feuerwehrleute eilten in der Nacht zum Freitag zu einem Großbrand in den Weiler der Gemeinde Georgenberg. Dort vernichtete ein Feuer auf einem Bauernhof eine 20 mal 35 Meter lange Lagerhalle und richtete über 300 000 Euro Schaden an. Aus Feuerwehrkreisen gab es Kritik an der Alarmierung.

Als die Brandschützer kurz vor 1 Uhr eintrafen, schlugen die Flammen bereits meterhoch aus der hölzernen Halle. Eine Passantin, die sich um 0.45 Uhr gerade auf dem Heimweg befand, hatte das Unheil entdeckt und die Landwirte auf dem Gut gewarnt.

Der Sohn der Familie rettete noch einen Traktor aus dem Inferno. Alle übrigen Maschinen brannten aus. Mit einer schlagkräftigen Widerstandslinie versuchten die Floriansjünger die nebenstehenden Gebäude - eine weitere Holzscheune stand unmittelbar neben dem Brandherd - vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen, berichtete Kreisbrandrat Richard Meier. Glücklicherweise liegt das Wohnhaus des Brandleiders etwas abseits und war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Wasser aus dem Zottbach

Von einem nahen Brandschutzweiher aus bauten die Wehrleute in Windeseile eine Wasserversorgungsleitung auf. Die vorhandenen Tanklöschfahrzeuge verfügten über 6000 Liter Wasser. Weil die Führungskräfte um den Neudorfer Kommandanten Andreas Götz und Kreisbrandmeister Alfons Huber Angst hatten, dass das Wasser des Löschteichs nicht ausreichen könnte, bauten die Helfer eine zusätzliche B-Rohr-Löschleitung am Zottbach auf. Rund einen Kilometer lang pumpten die Kräfte das Wasser anschließend mit Hilfe von vier Tragkraftspritzen den Berg hoch.

Die Halle war jedoch nicht mehr zu retten. Die Feuerwehrleute ließen sie kontrolliert abbrennen. Das Feuer vernichtete einen Traktor einen Mähdrescher, viele Kleingeräte, aber auch eingelagertes Heu, Stroh und Brennholz.

Vor Ort war auch die Betreuungsgruppe aus Vohenstrauß und Windischeschenbach, um die Helfer mit warmen Getränken und kleinen Mahlzeiten zu versorgen. Rund zehn Feuerwehrleute blieben bis zum Vormittag und unterstützten die Landwirtsfamilie beim Ausräumen.

Unverzüglich nahm Thomas Schneidhuber von der Kriminalpolizei Weiden am Freitagmorgen die Brandermittlungen auf. Zwar werde in alle Richtungen ermittelt, vorsätzliche Brandstiftung könne aber nach einer ersten Begehung wohl ausgeschlossen werden.

Die Floriansjünger aus Neudorf, Neuenhammer, Waldkirch, Flossenbürg, Oberbernrieth, Pleystein, Vohenstrauß, Burkhardsrieth und Waldthurn sowie das Technische Hilfswerk aus Weiden waren in der Nacht vor Ort. Hinter vorgehaltener Hand übten Feuerwehrleute Kritik an der Integrierten Leitstelle. Obwohl auf dem zuständigen Gemeindegebiet die Feuerwehren aus Georgenberg und Brünst Tanklöschfahrzeuge vorhalten, seien diese nicht angefordert oder zu einem späteren Zeitpunkt nachalarmiert worden.

Vergessene Nachbarwehren

Kreisbrandrat Richard Meier ging der Sache auf den Grund. Der Fehler lag wohl im Computersystem. Der Leitstellenrechner geht bei der Alarmierung nach gewissen Standards vor. In diesem Fall hatte die Brünster Wehr ihre Atemschutzgeräteträger abgemeldet. Georgenberg verfügt über keine solche Gruppe. Weil aber bei der Alarmierung Feuerwehren mit Atemschutzträgern mit als erste gerufen werden, fielen Brünst und Georgenberg durch das Raster.

"Beim nächsten Mal sind natürlich auch diese beiden Wehren dabei", versicherte Meier. Eine Nachalarmierung hätte in jener Nacht jedoch keinen Sinn mehr ergeben, da genügend Kräfte vor Ort gewesen seien.
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