Gelungene Premiere
Regenwürmer haben Zukunft

Die Theatergruppe Neukirchen zu St. Christoph sorgte mit dem "Regenwurm-Orakel" für Begeisterung beim Premieren-Publikum. Über den Applaus freuten sich die Akteure und Vorsitzender Klaus Wittmann (rechts). Bild: pi
Vermischtes
Georgenberg
23.12.2015
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Ralph Waller verspricht in seinem "Regenwurm-Orakel" nicht zu viel. Der Schwank ist ein herzerfrischend lustiges, durch die Charaktere und das Bühnenbild atmosphärisch dichtes und kurzweiliges Stück. Das schäbige Fischerhaus und der kleine Ufersteg sind ein herrliches Ambiente für die besondere Geschichte.

Neukirchen zu St. Christoph. Bei der Premiere am Sonntag im Pfarrheim haben die Darsteller alle Register ihres Könnens gezogen und drei Akte lang begeistert. Das Stück spielt in einer recht schäbigen Fischerhütte. In dieser leben - arm, aber glücklich - das nicht mehr ganz junge und skurrile Ehepaar Falotta Nassauer, genannt "Lotti" (Karina Völkl), und Lumpazi (Stefan Wüst). Beide sind lebenslustig, stibitzen gerne, schmieren ihre Mitmenschen aus und halten wenig von Hygiene, indem sie sich lieber kratzen als waschen.

Waghalsige Lüge


Da kommt es ihnen sehr gelegen, dass die Leute plötzlich überzeugt sind, sie könnten aus Regenwürmern die Zukunft vorhersagen. Plötzlich taucht Hans (Thomas Essler) auf, der sich seltsam verhält. Eine Wahrsagerin hat ihm nämlich erzählt, sein unbekannter leiblicher Vater wäre ein armer Fischer namens "Lumpi". Und nun hofft Hans, diesen Mann hier gefunden zu haben. Nachdem Hans sein Geheimnis aber nicht verraten will, verstrickt er sich und seine Umwelt immer mehr in eine waghalsige Lüge.

Er lässt Lotti und Lumpi in dem Glauben, er ließe sich gerne aus dem Lauf eines Regenwurms die Zukunft vorhersagen. Dafür gibt er immer wieder etwas Geld. Da lässt sich Lotti natürlich nicht zweimal bitten und orakelt mit Hilfe der Regenwürmer, was das Zeug hält.

Schließlich ist sie eines Tages selbst überzeugt, der Blick in die Zukunft funktioniere tatsächlich. Vor lauter Gier und falschen Prophezeiungen merkt sie nicht, dass das bisher glückliche, wenn auch arme Leben zu zerbrechen droht. Aber auch das mythologisch sehr interessierte "Mumien-Reserl" (Andrea Kneißl), der von seiner "Giggerl-Walli" (Martina Bock) unterdrückte "Goggerl-Willi" (Christian Lohr) oder Hans' protziger Freund Georg Zasterbauer alias "Zaster-Schorsch" (Hans Braun) suchen das Orakel auf. Jede Menge Turbulenzen und Verwirrungen, zu denen auch die Wirtshaus-Bedienung "Schank-Zenz" (Christina Völkl) und die "Huberin" (Tamara Kneißl) als ratschende Nachbarin gehörig beitragen, sind erforderlich, um wieder Ruhe am Weiher einkehren zu lassen. Und die Regenwürmer dürfen wieder ganz normale Regenwürmer sein.

Nur noch Restkarten


Beifall gab es am Ende für die Akteure, Regisseur Max Zehent, Souffleuse Petra Scheibl, die Maskenbildnerinnen Martina Bock und Michaela Wittmann sowie die Bühnenmeister Dominik Meyer, Johannes Puff, Johannes Wittmann und Felix Woppmann. Für die restlichen Vorstellungen vom 26. bis 30. Dezember jeweils um 20 Uhr gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse.
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