Geschichte von Neuenhammer
Kirche statt Hauskapelle

Kirche und Hammerschloss in Neuenhammer stehen beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, im Mittelpunkt des Geschehens in der Gemeinde Georgenberg. Bild: pi
Vermischtes
Georgenberg
09.09.2016
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Georgenberg und der OWV treten beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, in Aktion. Der Heimatpfleger des OWV-Zweigvereins, Altbürgermeister Albert Kick, stellt in Neuenhammer das Ensemble "Kirche und Hammerschloss" einschließlich Dorfplatz vor.

Nach der vom bereits verstorbenen Rudolf Schmidt erstellten Chronik des Gebiets um Neuenhammer geht die erste Besiedlung des Raums auf die Zeit um 600 zurück. Damals breiteten sich die Slawen in der nördlichen Oberpfalz aus. Deren Kolonisation bezeugen viele Flur- und Ortsnamen. So ist auch der Name "Zott" slawischen Ursprungs.

Im Zuge der Urbarmachung der Gegend haben sich die Zisterzienser-Mönche von Waldsassen die wohl größten Verdienste erworben. Bis 1250 schafften sie die beiden kirchlichen Mittelpunkte Lennesrieth (mit Albersrieth) und Waldkirch. Zu Waldkirch, bis 1482 als selbstständige Pfarrei genannt, zählten 16 benachbarte Ortschaften. Darunter gehörte auch das überwiegend aus dem Hammerwerk und den Wirtschaftsgebäuden bestehende Hammergut Neuenhammer.

Hammer brennt nieder


Nachdem der Hammer am 2. Juli 1347 völlig niedergebrannt war, verkaufte ihn das Kloster Waldsassen um 1350 an die Herren von Waldau. So kam er zur Herrschaft Waldthurn. Diese veräußerte Georg von Waldau 1540 an die Herren von Wirsberg, die zehn Jahre später neue Hammerwerke errichteten. Die Herren von Wirsberg werden in der Folgezeit als Besitzer des Hammerwerks Oedmühl genannt, so Georg Christoph von Wirsberg in einem Hammerwerksverzeichnis um 1580. Er gilt übrigens als der Gründer von Georgenberg und Erbauer der Pfarrkirche in Neukirchen zu St. Christoph.

Als mit Hans Friedrich von Wirsberg das Geschlecht der Wirsberger ausstarb, fiel die Herrschaft Waldthurn 1654 als böhmisches Lehen an das Kaiserhaus. Am 24. Dezember desselben Jahres wurde sie von den kaiserlichen Kommissionären übernommen und am 28. Mai 1656 an den Herzog von Sagan, Fürst von Lobkowitz, käuflich abgetreten. Dabei ging der Hammer Oedmühl aber nicht sofort in das fürstliche Eigentum über.

Genannt wird als Besitzer und Hammermeister Johann Schreier mit seiner Ehefrau Eva. Erst zwischen 1667 und 1670 verkaufte dieser den Hammer an die Fürstin von Lobkowitz und blieb Hammermeister. In seine Fußstapfen traten Johann Lengfelder, Johann Veit Loibl, Georg Martin Lederer und Johann Schreyer mit seiner Gattin Dorothea. Reichsfürst Philipp von Lobkowitz veräußerte 1733 den Hammer mit dem Ökonomiegut und Wirtshaus an Georg Nikolaus Frank von Grubenstätt.

Damals trug die Ansiedlung schon den Namen "Neuenhammer". Frank starb an den Folgen eines Raubüberfalls. Sein jüngster Sohn Franz Frank machte sich um 1800 an den Wiederaufbau. Zuletzt errichtete er 1808 das neue Hammerhaus, das jetzige Wirtshaus. Über dessen Eingang sind noch heute die Initialen "18FF08" zu lesen. 1833 erwarb Johann Michael Eduard Franz Rath das Hammergut und erbaute 1836 und 1837 auf Anraten seines Schulfreundes, des Bischofs von Regensburg, anstelle einer Hauskapelle die jetzige Kirche. Deren Konsekration nahm am 15. Juli 1837 Franz Xaver von Schwäbl vor. Raths Bemühungen und wiederholte Eingaben um den Bau einer Schule wurden mit der Entscheidung der Regierung der Oberpfalz am 3. Oktober 1845 schließlich vom Erfolg gekrönt.

Gastwirtschaft gegründet


Am 30. August 1864 verkauften die Eheleute Rath das Gut an die Brüder Josef und Wolfgang Wild, das Triebwerk an Michael Sichert. Die Raths selbst zogen nach München. Am 5. Januar 1881 erwarben Johann und Anna Gmeiner aus Spielberg das Herrenhaus und gründeten eine Gastwirtschaft.

Als weitere Eigentümer folgten 1909 Johann Baptist und Margareta Gmeiner und später Johann und Barbara Maurer. Deren Sohn Johann Maurer ist mit seiner Familie seit 1980 Inhaber des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles Gasthaus/Metzgerei und Kirche. Führungen und Vorträge sind am Sonntag um 11.30 Uhr nach dem Gottesdienst in der Neuenhammerer Kirche sowie um 14.30 und 16.30 Uhr.
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