OWV-Experte zieht Bilanz
Amphibien erholen sich langsam

Vermischtes
Georgenberg
05.01.2016
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Für Rainer Folchmann zählen Taten. Der Natur- und Landschaftsschutzwart des Oberpfälzer Waldvereins Georgenberg nimmt seine Aufgaben ernst und hat das wieder bei der inzwischen vierten Amphibienzählung und -sammlung bewiesen.

"Der OWV leistet damit einen enorm wichtigen Beitrag für den Naturschutz sowie die Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten, auch für das Umweltamt in Augsburg", betont der Experte. Folchmanns Anliegen seit der ersten Aktion ist: "Die Krötenwanderungen in unserer Gemeinde sollen überwacht und registriert werden."

Auch im vergangenen Jahr freute er sich über die Unterstützung durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach. "Das Aufstellen der Schutzzäune ist wieder unproblematisch über die Bühne gegangen", lobt der private Betreuer für die Amphibienzäune die vorzügliche Zusammenarbeit mit der Behörde. Das gilt auch für den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Neustadt und den Forstbetrieb Flossenbürg.

Stärkster Amphibienzaun


Der Natur- und Landschaftsschutzwart in aller Herrgottsfrühe oder am späten Abend unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen, das heißt, die Tiere zu beobachten und zu zählen. "Das geschah je nach Wetterlage bis zu drei Mal am Tag", blickt er zurück. Bei einer Aktion mit Kindern hatte Folchmann 331 Kröten, 71 Teichmolche und 5 Bergmolche eingesammelt. "Da es sich in Georgenberg um den derzeit stärksten Amphibienzaun im Landkreis Neustadt handelt, ist es für die Kinder lehrreich, die Populationen kennenzulernen und damit pflichtbewusster in Sachen Naturschutz umzugehen", ist er sicher. "Die jetzigen Lebensräume müssen in Zukunft auf jeden Fall genauer inspiziert werden, damit diese für die seltenen Pflanzen, Flechten, Reptilien und Amphibien erhalten werden können."

Das für Folchmann "überwältigende Ergebnis" der Sammlungen - zum einen an der Staatsstraße 2396 am Georgenberger Ortsende in Richtung Galsterlohe und zum anderen entlang der Staatsstraße 2154 von Georgenberg nach Waldkirch - ob am Ortsausgang oder in der sogenannten "Kannerskurve" - kann sich sehen lassen. "Der Einsatz hat sich bisher wieder gelohnt", freut sich der OWV-Mann. Der Drang der Amphibien zu den Laichplätzen war wieder sehr groß. Die Zählungen zeigen, dass sich die Populationen der Erdkröten, Frösche, Molche und Echsen sowie bastardisierten Kröten langsam wieder erholen. Dieser Erfolg ist dank der vorangegangenen Einsammlungen 2012 bis 2014 zu erkennen", meint Folchmann.

Pflege gewährleisten


Die gesamte Aktion war auf 41 Tage verteilt. 293 Stunden und 2337 gefahrene Kilometer sprechen für sich. "In unserer Gemeinde sind nicht nur seltene Tiere und Pflanzen gefährdet, sondern auch Insekten und einige Reptilien und Amphibienpopulationen. Neben der Anlage der Laichgewässer muss eine dauerhafte Pflege der Strukturen gewährleistet sein." Folgendes Zahlen nennt der Natur- und Landschaftsschutzwart: 2572 Kröten (einschließlich 3 Kreuzkröten), 7 Grasfrösche, 576 Teichmolche, 65 Bergmolche, 15 Zauneidechsen und 5 Waldeidechsen.
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