Rupert Herrmann
Zur Heimatpflege anregen

Rupert Herrmann (Dritter von rechts) möchte die Geschichte der Gemeinde Georgenberg unter dem Aspekt "Heimat" digital erfassen und der Nachwelt zur Verfügung stellen. Am Freitagabend stellte er im Berggasthof Schaller sein Material vor. Bild: bey
Vermischtes
Georgenberg
18.01.2016
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Heimatdaten sammeln, digitalisieren und somit abrufbereit für die Nachkommen machen. Unter diesem Gesichtspunkt will Rupert Herrmann künftig Informationen aufbereiten.

Die ersten Ergebnisse seiner Bemühungen stellte Herrmann am Freitagabend 14 Zuhörern im Berggasthof Schaller vor. Mit seiner Datensammlung will er nicht in Konkurrenz zu den eigentlichen Heimatforschern treten. Deshalb nimmt er für sich auch diese Bezeichnung nicht in Anspruch. Er ist nach seinen Worten schlichtweg Datensammler und zeigte das bei seinem Vortrag auch in Ausführlichkeit. Herrmann holt sich sein Wissen aus Heimatbüchern und vor allem aus den täglichen Berichterstattungen. Zu seinem Ziel gehört es aber auch, die Heimatpflege bei den Mitbürgern anzuregen.

Was ist Heimat"?


Zur Einleitung fragte er, was der Begriff "Heimat" überhaupt ausdrücken wolle. Dazu hatte er sich im Internet schlau gemacht und listete auf: "Sie ist die Beziehung zwischen Raum und Mensch, eine räumliche soziale Einheit, Geborgenheit, Sicherheit, Verlässlichkeit und vor allem ein kulturelles und menschliches Miteinander, in dem die Nachbarschaft aufeinander schaut. Vor allem aber ist Heimat nach den Worten Rupert Herrmanns kein Ort, sondern ein Gefühl, ja vielleicht sogar ein Mensch."

Während seiner Forschung hat Herrmann erfahren, dass Heimat eine generelle Ansichtssache ist, in der mündliche Überlieferungen am längsten erhalten bleiben. Ausführlich beschrieb der Faislbacher die Georgenberger Geschichte. Er fing im Jahr 1261 mit der Herrschaft Waldthurn an, kam entsprechend der zeitlichen Entwicklung zur Waldsassener, Waldauer Waldthurner Herrschaft und ließ auch die Reformation um die Zeit von Jan Hus und selbstverständlich Martin Luther nicht aus. Dies führte dann zur Wirsberger Herrschaft, später zu den Lobkowitzer Herren und endete mit der Zeit um 1820, von Herrmann als Moment des Aufbaues eines modernen Staats beschrieben.

Genau schilderte der Redner auch die Entstehung der Pfarreien, weil der Glaube mit der Entwicklung der Heimat eng verbunden ist. Vom Ende der Monarchie wechselte der Vortrag hin zum Freistaat als Teil der Bundesrepublik Deutschland. In diesen Zeitraum fiel dann eine Vielzahl von Ereignissen, an die sich die meist älteren Besucher des Vortrags noch erinnern können.

Herrmann kam zur Erkenntnis, dass seit Einführung des digitalen Zeitalters das "Mund-zu-Mund-Weitergeben" von Ereignissen nicht mehr so gut funktioniert und stellte am Ende des Vortrags die Frage, ob es Sinn mache, die Heimatdaten zu digitalisieren.

Arbeitskreis bilden


Da zeigten sich seine Zuhörer recht aufgeschlossen. Sie waren aber der Ansicht, dass das nicht die Aufgabe eines Einzelnen sein soll. Vielmehr solle ein Arbeitskreis mit den Funktionsträgern der Gemeinde und der Pfarrgemeinde gebildet werden. Etwa sechs bis acht Personen sollten dann das Material zusammentragen, dass von einem mit dem Internet vertrauten Bürger digital verarbeitet wird, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.
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