Vampir des Waldes auf der Spur
Bayerische Staatsforsten schreiben Artenschutz ganz groß

Rudolf Leitl (auf der Leiter) suchte gemeinsam mit Forstrat Ingo Greim, Forstamtfrau Anna Bruglachner-Zaschka sowie Manfred Janker und Willibakd Gleißner vom OWV geeignete Plätze für die Fledermausunterkünfte aus und brachte sie an. Bild: pi
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Georgenberg
12.09.2016
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Mit einer Naturschutzaktion sorgt der Staatsforst dafür, dass sich die Fledermäuse in den Wäldern wieder heimisch fühlen. Die Forstleute vermelden bereits erste Erfolge.

Neuenhammer/Flossenbürg. Die Bayerischen Staatsforsten stellen nicht nur Holz zur Verfügung, sondern leisten auch einen großen Beitrag für die Sicherung des Lebensraums Wald und damit für den Erhalt der Artenvielfalt. So werden einerseits durch Buchen- und Tannenpflanzungen die Anteile der wichtigen Bergmischbaumarten erhöht, und andererseits wird Totholz konsequent stehen gelassen.

"Dadurch entstehen unterschiedlich strukturierte Waldbestände", beschreibt Forstamtfrau Anna Bruglachner-Zaschka die Arbeit. Doch das ist nicht alles. "Gerade die Fledermaus findet dann entsprechend Nahrung und Höhlen zum Schlafen", weiß die Leiterin des Forstreviers Neuenhammer. "Sie ist auf Höhlen-und Totholzbäume für die Sommerquartiere angewiesen."

Totholzbäume sind laut Bruglachner-Zaschka im Wald häufig mit gelber Farbe in Form einer Welle markiert. Schon lange sind die Staatsforsten dem Vampir des Waldes auf der Spur. "1998 sind erstmals Fledermauskästen aufgehängt und 1999 die ersten Fledermäuse im Revier Neuenhammer in der Abteilung Weiherberg festgestellt worden", weiß die Forstbeamtin. Seitdem betreut Willibald Gleißner vom OWV die 30 Kästen.

Schon 2008 zog Diplom-Biologe Rudolf Leitl eine erste erfolgreiche Bilanz. Umso mehr freut sich Bruglachner-Zaschka über die von den Staatsforsten spendierten 40 neuen Fledermauskästen. Für diese wird Leitl gemeinsam mit ihr, dem Servicestellenleiter, Forstrat Ingo Greim, sowie Gleißner und dem OWV-Vorsitzenden Manfred Janker im Revier Neuenhammer im Forstbetrieb Flossenbürg passende Standorte entlang der Forststraßen suchen.

"Sie werden genau in Karten erfasst", meint die Revierleiterin. "Schließlich sollen sie leicht zu kontrollieren sein." Die Buchenaltbestände im Revier eignen sich besonders für die Tiere. Als "besonders spannend" bezeichnet Bruglachner-Zaschka die Kontrolle der bestehenden Fledermausunterkünfte. In den vergangenen Jahren konnten Fransenfledermaus, Zwergfledermaus, Brandtfledermaus, Wasserfledermaus, Mückenfledermaus, braune Langohrfledermaus, seltene Zweifarbfledermaus, der Gartenschläfer und die Haselmaus kartiert werden. Ein weiteres Monitoring in den nächsten Jahren soll über den Erfolg der Aktion Ergebnisse liefern.
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