Wieder am alten Standort
Bier aus dem Brunnen

Der "Housoicha-Brunnen" steht wieder an seinem ursprünglichen Platz vor dem Rathaus. Bild: pi
Vermischtes
Georgenberg
30.12.2015
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Vor über 37 Jahren weihten die Georgenberger am Rathausplatz den "Houchsoicha-Brunnen" ein. Er hatte etwas ganz Besonderes zu bieten.

Die Errichtung geht auf eine Idee des damaligen Bürgermeisters Adolf Herold zurück. Er hatte, wie Johann Bäumler - besser bekannt als "Spreißl-Hans" - in der vom Oberpfälzer Waldverein herausgegebenen Chronik schreibt, "vom Totengräber-Seppl einen Brunnenstein aus Granit hauen lassen, der emblemhaft die Spitznamen aller durch die Gemeindegebietsreform unter einen Hut gebrachten früheren Kleingemeinden überliefern soll".

Ehemaliges Wahrzeichen


Josef Kick aus Neukirchen zu St. Christoph, der "Totengräber-Seppl", hatte Wort gehalten und den Stein kreiert. Mit einem großen Fest am Rathaus war beim Jubiläum der Siedlergemeinschaft die Einweihung. Die Besonderheit: Aus dem Brunnen floss kein Wasser, sondern Bier. Mehrere Jahre hatte der "Houchsoicha-Brunnen" ausgedient. An seinem ehemaligen Standort steht längst der Brunnen des Georgenberger Kunstmaler Reinhold Schultes. Ganz von der Bildfläche sollte das ehemalige Wahrzeichen am Rathaus aber nicht verschwinden. Aber wohin damit?

"Der Brunnen gehört zum Rathaus", fand Gemeinderat Martin Scheibl, und Rathauschef Johann Maurer war sofort Feuer und Flamme. Scheibl ergriff weiter die Initiative und sorgte dafür, dass sowohl der Brunnen als auch die Brunnensäule am Platz rechts vor dem Rathauseingang errichtet werden konnten. Mit dem Landschaftsgärtner Alfred Plödt hatte der Ratsherr einen versierten Experten für die Umsetzung der Idee gefunden.

Scheibl konnte außerdem auf die Unterstützung der Edmund Holfelder Tiefbau GmbH (Leistensteine), der Baufirma Völkl Bau (Granitschotter), Voit Stefan Hallen- und Stahlbau (Edelstahlplatte), des Steinwerks Reichenberger (Steinfarbe) und der Firma Colortec (Farbe für den Brunnen) zählen. Dazu kamen Christa und Wilhelm Gicklhorn (Ausmalen), Josef Voit (Lackierarbeiten) und die Bauhofmitarbeiter Thomas Schaller, Tobias Dunkl und Siegmund Holfelder (Aufstellen). Scheibl fertigte die Beleuchtung der Brunnensäule, während Gemeinderatskollege Achim Helgert und Christian Maurer für die Beleuchtung der Anschlagtafeln verantwortlich waren. Besonderen Wert legt Scheibl auf die Feststellung, "dass das Werk zum Nulltarif entstanden ist". Wie Maurer dankte er deshalb bei allen, "die dazu ihren Beitrag geleistet haben".

Alte Spitznamen


Nicht verschwiegen werden soll die Bedeutung der Spitznamen der ehemaligen Gemeinden. Die Brünster werden "Stolhos'n" genannt, weil sie seit jeher Stallhasen züchten. Da die Dimpfler Bauern früher die größten Schweine hatten, nannte man sie "Seisäck'". In der früheren Gemeinde Neudorf war das Schnitzen von Kochlöffeln Tradition, also waren dort die "Kulöff'lschnitzer" am Werk.

Die Waldkircher wiederum bliesen vor allem an Pfingsten gerne ins Horn, sodass die "Pfingsthörner" heißen. Von den Georgenbergern wird überliefert, dass ihr Feuerwehrauto den größten Strahl hatte. Und somit waren sie die "Houchsoicha".
Der Brunnen gehört zum Rathaus.Gemeinderat Martin Scheibl
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