Beinwell hilft auf die Beine

Kräuterpädagogin Jeanette Ring befasste sich mit der Herstellung von Salben und Tinkturen aus Wildkräutern und Gartenpflanzen. Bild: sgs
Lokales
Gleiritsch
08.11.2014
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"Altbewährte Hausapotheke - Herstellung von Salben und Tinkturen aus Wildkräutern und Gartenpflanzen" hieß es bei der Herbstversammlung des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins.

Vorsitzende Rita Schwandner konnte für dieses Thema die Kräuterpädagogin Jeanette Ring aus Oberviechtach gewinnen, die im Doktor-Eisenbarth-Museum verschiedene Workshops anbietet. Wirt Josef Schneider hatte Gewürzbraten mit Gemüse und Kartoffelsalat vorbereitet - dann war Jeanette Ring an der Reihe.

Die richtigen Zutaten und einige wenige Hilfsmittel sind die Grundlagen für selbst gemachte Salben und Tinkturen ohne großen Aufwand. Während früher ausschließlich Kräuter in der Hausapotheke zu finden waren, ist diese heute nur noch sehr spärlich bestückt; meist findet man nur Aspirin und Hustenbonbons darin. Ring hatte einige Kräuter - frisch oder getrocknet - als Anschauungsmaterial dabei. So ist z. B. Mädesüß, auch Wiesenkönigin genannt, ein natürliches Schmerzmittel, da es Salizylsäure enthält. Einfach den Stängel kauen und der Schmerz ist weg.

Steinklee kann gegen Besenreiser verwendet werden, Beinwellwurzeln eignen sich bestens zur Behandlung von Verstauchungen oder Prellungen. Arnika wirkt desinfizierend und wird nur äußerlich für kleinere Verletzungen oder Verbrennungen angewandt. Arnika darf auf keinen Fall in der Natur gesammelt werden, da es auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen steht. Man kann sie aber getrocknet in Apotheken kaufen oder im Gartenfachhandel als Pflanze für den eigenen Garten. Spitzwegerich wird als Tee bei Erkältungskrankheiten empfohlen, da er schleimlösend und beruhigend wirkt. Außerdem entzieht er den Bakterien den Nährboden. Frische Blätter legt man auf Mückenstiche, um den Juckreiz zu mildern.

Wertvolles "Kitt-Harz"

Als wichtigsten Bestandteil der Hausapotheke nannte die Kräuterpädagogin die Propolis. Bienen sammeln dieses "Kitt-Harz" von den Pflanzen und dichten damit ihren Bienenstock ab, um das Ausbreiten von Krankheiten zu vermeiden. Propolis ist ein natürliches Antibiotikum, wirkt desinfizierend und kann unter anderem bei Herpes, Halsschmerzen oder Hustenreiz verwendet werden. Für die Herstellung von Salben verwendet Ring Vaseline oder Melkfett und die frischen oder getrockneten Blüten der entsprechenden Pflanze sowie etwas Bienenwachs zum Verfestigen.

Tinkturen werden mit mindestens 60-prozentigem Alkohol und frischen oder getrockneten Kräutern hergestellt. Für die äußerliche Anwendung wird Ansatzspiritus aus der Apotheke verwendet, für innerliche Anwendungen Weingeist oder auch hochprozentigen Wodka. Hustensaft stellt die Referentin mittels eines Suds aus Spitzwegerich und Thymian her, der mit Honig vermischt wird und so bis zu sieben Wochen haltbar ist. Zum Ende ihrer Ausführungen übergab sie noch einige Rezepte zum Nachmachen und freute sich darauf, vielleicht das eine oder andere Mitglied in einem ihrer Workshops wiederzusehen. Rita Schwandner überreichte Jeanette Ring ein kleines Präsent und teilte noch mit, dass am 30. November eine Fahrt zum romantischen Weihnachtsmarkt auf Gut Wolfgangshof Anwanden/Zirndorf geplant ist.
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