Gemeinsam Heimat gestaltet

Aus den Händen von Staatsminister Helmut Brunner (rechts) durfte Bürgermeister Hubert Zwack (Zweiter von rechts) den Staatspreis in Empfang nehmen. Mit dabei waren Dorfladen-Geschäftsführer Anton Brand (vorne Dritter von rechts), stellvertretender Landrat Jakob Scharf (links), der Gemeinderat, der Dorfladenbeirat und das Personal. Bild: sgs
Lokales
Gleiritsch
15.11.2014
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Alle zwei Jahre lobt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Wettbewerb zum "Staatspreis Land- und Dorfentwicklung" aus. Heuer gehörte die Gemeinde Gleiritsch mit ihrem Dorfladen zu den insgesamt elf Preisträgern.

Ausgezeichnet werden Projekte, mit denen Gemeinden, Bürger oder Teilnehmergemeinschaften zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung herausragende Leistungen zur Verbesserung von Lebensbedingungen und Standortqualitäten erbracht haben. Ziel ist es, durch gemeinsamen Einsatz die ländliche Heimat für die Zukunft zu stärken.

Gleiritsch konnte am Donnerstag aus den Händen von Staatsminister Helmut Brunner in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz den mit 1 500 Euro dotierten Staatspreis in Empfang nehmen. Bürgermeister Hubert Zwack war zusammen mit dem Gemeinderat, den Verkäuferinnen des Dorfladens, den Beiräten und Geschäftsführer Anton Brand auf Einladung von Minister Brunner in die Münchner Residenz zur Preisverleihung gekommen. "Was der Einzelne nicht schafft, schaffen viele" - mit diesem Zitat von Friedrich Wilhelm Raiffeisen verdeutlichte Staatsminister Brunner, dass nur mit Engagement und Zusammenarbeit etwas erreicht werden kann.

Mehr Attraktivität

Großstädte könnten den Geburtenrückgang leichter kompensieren, der ländliche Raum nicht. Attraktivitäts- und Vitalitätssteigerung sei daher ein Muss für kleinere Orte und Gemeinden, um den natürlichen Anziehungskräften der Ballungsräume entgegen zu wirken. Die Landentwicklung sei eine überzeugende Bürgerbewegung, die nicht verhindert sondern voranbringt. Nach Grußworten vom Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags, Dr. Uwe Brandl, und der Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, MdL Angelika Schorer fand die Preisverleihung statt. Alle Preisträger wurden in einer Präsentation vorgestellt. Gleiritsch punktete im Bereich "Herausragende Einzelleistungen zur Stärkung des ländlichen Raums". Einzelprojekte, die das Gemeinschaftsleben stärken und die Lebensverhältnisse verbessern, tragen zur Vitalität des ländlichen Raums bei.

Im Zug der Dorferneuerung war nicht nur die Neugestaltung des Dorfplatzes für die Gleiritscher Bürger von großem Interesse, sondern es wurde auch der Wunsch nach einem Dorfladen laut - das letzte Lebensmittelgeschäft hatte 2001 geschlossen - um die Dorfgemeinschaft zu stärken und die Ortsmitte wieder zu beleben.

Zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung wurde im Arbeitskreis "Dorfladen" die Idee aufgegriffen und beschlossen, den Dorfladen in die Tat umzusetzen. Nachdem in einem ehemaligen Lebensmittelgeschäft in der Zeinrieder Straße 2 eine geeignete Verkaufsfläche gefunden wurde, konnte der Wunschtraum bald Wirklichkeit werden. Nach einem arbeitsintensiven Jahr eröffnete im Herbst 2012 der Dorfladen "Schaut's eina". Alleinige Gesellschafterin der Unternehmergesellschaft Dorfladen Gleiritsch ist die Gemeinde Gleiritsch, über 100 Bürger haben sich mit stillen Gesellschaftsanteilen eingebracht. Dadurch wurden Ladenausstattung und Erstausstattung an Waren finanziert. Die Grundversorgung ist wieder für alle gesichert. Mit Kartoffeln, Honig, Back- und Wurstwaren aus der Region bietet der Dorfladen Landwirten, Bäckern und Metzgern aus der Umgebung ebenfalls einen Absatzmarkt sowie mehreren Dorfbewohnerinnen einen Arbeitsplatz vor Ort.

Beliebter Treffpunkt

Außerdem ist der Dorfladen zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt geworden - ein gemeinsamer Kaffee, ein kurzer Plausch mit anderen Kunden, gerade den älteren Dorfbewohner wurde hier ein Stück Selbständigkeit zurückgegeben und die Teilnahme am sozialen Leben ermöglicht. Abgerundet wurde dieser ereignisreiche und ehrenvolle Tag in der bayerischen Landeshauptstadt mit einem Stehempfang im Kaisersaal der Münchner Residenz.
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