Im Dorfladen rollt der Rubel

Lokales
Gleiritsch
06.08.2015
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"In Gleiritsch funktioniert's", war im Radio und sogar im Fernsehen zu hören. Dreimal der Buchstabe "D" steht für das Erfolgsrezept, das Schlagzeilen macht.

Die Erfolgsgeschichte in Gleiritsch begann mit der Dorferneuerung und setzte sich fort mit dem Dorfladen und einem Dorfwirthaus. Durch diese Entwicklung pulsiert das Leben in Gleiritsch wieder in der Dorfmitte, was bei der "fünften stillen Gesellschafterversammlung" im Dorfwirtshaus deutlich wurde. Im Mittelpunkt stand der preisgekrönte Dorfladen, der großes Medieninteresse geweckt hat.

Da ein großer Teil der "stillen Gesellschafter", die durch ihre Geldeinlagen den Dorfladen erst möglich gemacht haben, auch anwesend war und die vorgelegten Bilanzen sehr positiv ausfielen, gab es immer wieder spontanen Beifall. Er galt allen, die für den Dorfladen in der Verantwortung stehen.

113 Gesellschafter

Das sind in erster Linie Bürgermeister Hubert Zwack und der Gemeinderat, die vor dem Gesetz Besitzer des Dorfladen sind. Doch eigentlich "gehört" der Dorfladen der gesamten Gemeinde, denn immerhin 113 Gesellschafter haben sich finanziell durch ihre Einlagen am Dorfladen beteiligt. Motor des Dorfladens ist Geschäftsführer Anton Brand, der auch die Versammlung im gut gefüllten Dorfwirtshaus leitete und in einem Rückblick die Entwicklung des Dorfladens, einige positive Veränderungen im Laden, die Investitionen und die damit verbundenen Bilanzen aufzeigte.

In allen von Brand gezeigten Medienbeiträgen ist der Gleiritscher Dorfladen als Musterbeispiel dargestellt worden. Die Unternehmergesellschaft und die Gemeinde Gleiritsch haben dafür 2014 den "Bayerischen Staatspreis für Land- und Dorfentwicklung" erhalten.

Auch das Dorfladen-Netzwerk hat das Gleiritscher Geschäft zum Jahressieger 2015 erkoren. Immerhin leiste er zur dauerhaften Sicherung der Nahversorgung in und um Gleiritsch einen großen Beitrag. Geschäftsführer Anton Brand stellte in seinem Rückblick heraus, dass im Dorfladen nur frische und vornehmlich aus der Region stammende Produkte verkauft werden. Das würden die Kunden auch zu schätzen wissen.

Für den großen Erfolg des Dorfladens zeichnen neben Geschäftsführer Anton Brand im Besonderen auch die sechs Mitarbeiterinnen Maria Pretzl, Rita Geyer, Anette Walther, Erika Schwarz, Daniela Kühner, Bianca Zeitler und die ehrenamtlichen Helfer verantwortlich, so der Tenor. Besonderen Dank zollte Geschäftsführer Brand auch dem Vermieter Alois Zeus. Auch der Paketshop werde von der Kundschaft gut angenommen.

Einen Teil des Erfolgs führt man dabei zurück auf gute Öffentlichkeitsarbeit mit den Flyern zu aktuellen Angeboten, auf den Besuch von Messen mit dem Einholen günstiger Angebote, die Teilnahme an der grünen Woche in Berlin oder Aktionen wie den Weihnachtsmalwettbewerb für Kinder. Auch die Vergabe von Einkaufsgutscheinen oder das Angebot von Geschenkkörben sei hilfreich gewesen. "All das hat maßgeblich zur Umsatzsteigerung beigetragen", lautete die Bilanz.

In Kühlanlagen, die Neugestaltung der Bedientheke, den Kauf einer Aufschnittmaschine und einer Gefriertruhe und die Anbringung von übersichtlichen Wandregalen sind alleine 30 000 Euro investiert worden. Da es den Kunden zugute kommt, sei dieses Geld gut angelegt. Nach Ansicht aller Bilanzen und des Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2014 gaben die "stillen Gesellschafter" gerne die Entlastung für den Geschäftsführer und den Gesellschaftsrat.

Da die bisherige Vorsitzende Inge Koller nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung steht, schied sie auf eigenen Wunsch aus dem Gesellschaftsrat aus, die Lücke wird durch Marianne Galli geschlossen, ein neuer Vorsitzender wird durch den Gesellschaftsrat gewählt.

"Musterbeispiel"

"Das ganze Dorf kann stolz auf diesen Dorfladen, den Dorfbackofen, die neue Dorfmitte und auf unser Dorfwirtshaus sein", so die Meinung von Bürgermeister Hubert Zwack. Er vertrat die Ansicht, dies alles habe nur gelingen können, da sich die Bürger der gesamten Gemeinde sowohl in aktiver Arbeit aber auch als fleißige und treue Kunden einbrachten. "Nicht umsonst ist Gleiritsch bayernweit zu einem Musterbeispiel eines florierenden Dorfladens geworden."
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