Referent warnt Anleger

Dipl.-Ing. Walter Schorsch vom "Aktionsbündnis Gegenwind Oberfranken" referierte über die Wirtschaftlichkeit von Windrädern. Bild: sgs
Lokales
Gleiritsch
07.12.2015
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Die Bürgerinitiative "Gegenwind" hat eine Petition an den Landtag auf den Weg gebracht. Der Kampf gegen die geplante Windkraftanlage Pamsendorf geht trotz abgewiesener Klage weiter.

Viele Interessierte waren der Einladung der Bürgerinitiative "Gegenwind" zu einer Informationsveranstaltung beim "Dorfwirt" in Gleiritsch gefolgt. Vorsitzender Dr. Siegfried Burger ging auf die Rechtsmittel der BI gegen die Windenergieanlage Pamsendorf ein. Das Verwaltungsgericht in Regensburg hatte die Klagen des Bayerischen Jagdverbandes, der Gemeinde Gleiritsch, des Siedlerbundes und von 13 Privatklägern abgewiesen und war somit laut Dr. Siegfried Burger nicht auf die vorgetragenen Argumente und Gegengutachten eingegangen.

Berufung im Visier

Da man nach wie vor das Vorgehen der Behörden in dieser Sache als nicht adäquat ansehe, sei eine Berufung am Verwaltungsgerichtshof in München in Vorbereitung. Laut Dr. Burger gäbe es viele Kritikpunkte, die im Zusammenhang mit der Genehmigung anzuführen seien.

Lisa Bräutigam berichtete dann mit Optimismus von der bereits eingereichten Petition an den Bayerischen Landtag. Mit dieser zeige die Bürgerinitiative ihr nicht nachlassendes Engagement gegen die Windenergieanlagen, die nach Recherchen der Bürgerinitiative wegen der geringen Windstärke vor Ort wirtschaftlich fragwürdig seien und dabei einen gewaltigen und nicht wieder gut zu machenden Eingriff in Flora und Fauna darstellten. Anschließend ging Bürgermeister Hubert Zwack kritisch auf die Situation hinsichtlich des geplanten Umbaus der Wasserleitung und den offenen Notfallplan im Falle eines Brandes ein. Die Zuwegung zu den Windkraftanlagen werde über die Wasserleitungen der Gemeinden Gleiritsch und Guteneck geführt. Eine Gefährdung werde durch die zu erwartenden Schwertransporter gesehen, so dass der Umbau nötig sei. Er bemängelte, dass die Gemeinden nicht in das Verfahren einbezogen werden.

Anhand von Statistiken und Beispielen erläuterte Dipl.-Ing. Walter Schorsch vom "Aktionsbündnis Gegenwind Oberfranken" in einem einstündigen Referat die Wirtschaft-lichkeit von Windenergieanlagen in Mittelgebirgslagen. Selbst im windradreichen Oberfranken gebe es nur wenige Standorte, die die kalkulierten Erträge erbringen. Laut Deutschen Wetterdienst sei seit 2005 eine kontinuierliche Abnahme der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit in ganz Deutschland festzustellen. Anders als von der Windlobby suggeriert werde, sei es nicht möglich, mit Windkraftanlagen im Binnenland eine sichere und bezahlbare Stromversorgung aufrecht zu erhalten. Wirtschaftlich seien lediglich küstennahe Standorte und Offshore-Anlagen.

Bei der finanziellen Beteiligung von Bürgern an sogenannten "Windparks" handle es sich um eine hochspekulative Anlage, wobei ein Teil- bis Totalverlust nicht auszuschließen sei. Einnahmen aus Pacht und Gewerbesteuern seien äußerst fraglich.

Problematik erläutert

Die Problematik der stark schwankenden Einspeisung wurde anhand mehrerer Tafeln und Tabellen erläutert. "Ich kann vor einer solchen Finanzanlage nur warnen", betonte Walter Schorsch. "Aufgrund der meteorologischen und technischen Gegebenheiten ist es in Deutschland nicht möglich, mit der Windenergie eine sichere und bezahlbare Stromversorgung zu gewährleisten."
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