Schwarzstorch und Aussicht bedroht

Freud und Leid liegen nahe beieinander. Auf der einen Seite freuen sich die Gleiritscher auf die Auszeichnung beim Bezirkswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", auf der anderen Seite müssen sie gegen Windräder ankämpfen. Rechts: Bürgermeister Hubert Zwack . Archiv: frd
Lokales
Gleiritsch
27.09.2014
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Gleiritsch lehnt die Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen an der Gemeindegrenze ab. Der Gemeinderat verabschiedete deshalb eine Stellungnahme zur vierten Änderung des Flächennutzungsplanes von Pfreimd.

Bei der öffentlichen Sitzung ging es um die Stellungnahme zur vierten Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Pfreimd. Die Darstellung von Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen würde nach Meinung des Gremiums die Belange der Nachbargemeinde Gleiritsch so gut wie gar nicht berücksichtigen.

Die Darstellung sei in vielen Passagen nicht nachvollziehbar, unverständlich und sogar rechtswidrig, wurde betont. Bürgermeister Hubert Zwack und VG-Leiter Anton Brand trugen die Stellungnahme (zwölf Seiten) vor. Diese wurde einstimmig genehmigt. Im Schreiben lehnt Gleiritsch die Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im unmittelbaren Grenzbereich ab. Dies sei der Stadt Pfreimd bereits im Zuge des Genehmigungsverfahrens mitgeteilt worden.

Die ausgelegten Planunterlagen hätten gezeigt, dass von der Stadt Pfreimd kein Blick über den Zaun der Gemeindegrenze geworfen wurde, obwohl nach der Rechtssprechung das interkommunale Abstimmungsgebot dies zwingend erfordere. "Die Ausweisung ist auch insoweit rechtswidrig, als der Windkraft nicht substantiell Raum geschafft wird. Die Ausweisung lediglich einer Konzentrationszone genügt den Anforderungen der Rechtssprechung nicht", heißt es unter Punkt vier der Stellungnahme. Fehlerhaft aus Sicht der Gemeinde Gleiritsch werde festgestellt, dass das Landschaftsbild nur von geringer Wertigkeit sei. Vielmehr sei aber gerade die Landschaft für Gleiritsch und seine Gäste von enorm hoher Wertigkeit.

Ein weiterer Grund gegen Windkraftanlagen an der vorgesehen Stelle ist, dass die Region um den großen Kulm mit zahlreichen Vogelarten der "roten Liste" besiedelt sei. Schwarzstorch, Fischadler und Rotmilan seien belegt, Fortpflanzungsstätten für Sperber und Bussard dokumentiert. Der Bayerische Jagdverband habe mit Schreiben vom 23. September 2014 den Schutz der Tiere gefordert. Besonders intensiv wird in der Stellungnahme die Wirkung der Windkraftanlage auf die Umgebung und die Menschen beschrieben, welche "in keinem Fall hinnehmbar ist". Denn die landschaftliche Eigenart mit Sicht zum Kulm werde massiv gestört. Die "optische Bedrängung" mindere die Lebens- und Wohnqualität deutlich. Weiterhin könne die Gemeinde nachweisen, dass im Bezug auf Abwägungskriterien erhebliche Ermittlungsdefizite und Bearbeitungsfehler festzustellen seien. Gleiritsch beantragt daher, die Planung zur Ausweisung von Windkonzentrationszonen einzustellen und fordert die Stadt Pfreimd auf, das Abwägungsergebnis unverzüglich mitzuteilen. Weiterhin wurde die Einreichung einer Petition an den Bayerischen Landtag beschlossen.

Zum Ende der Sitzung wurde der Termin für die Preisverleihung beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" bekanntgegeben. Am 25. Oktober werden die Sieger auf Bezirksebene - mit dabei sind Gleiritsch und Gaisthal - in Roding ausgezeichnet.
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