Starke Abwehr garantiert

Kräuterpädagogin Jeanette Ring demonstrierte, wie man einen Likör mit Quitten ansetzt. Bild: sgs
Lokales
Gleiritsch
22.10.2015
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Der Zucker macht den Unterschied zwischen Schnaps und Likör. Wie heilsam ein Schluck ist, hängt aber von den Früchten und Kräutern ab, die ihre wertvollen Inhaltsstoffe an den Alkohol abgeben.

Die Herbstversammlung des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins (GOV) im Gasthof "Zum Dorfwirt" stand ganz im Zeichen von Likören und Heilschnäpsen. Kräuterpädagogin Jeanette Ring referierte über deren Herstellung aus Wildfrüchten und Kräutern.

Vorsitzende Rita Schwandner gab den Startschuss für das traditionelle "Herbstversammlungs-Essen". Wirt Josef Schneider und sein Team starteten mit einer Kürbiscremesuppe ins Menü. So gestärkt konnte Referentin Jeanette Ring sich dem Thema "Liköre aus Wildfrüchten ansetzen" widmen. Vorab gab sie ein Grundrezept aus, das als Basis für sämtliche Liköre und Schnäpse dienen kann.

Schwarz oder rot

Die Kräuterpädagogin hatte mit Kräutern, Zweigen und Früchten einiges Anschauungsmaterial vor sich aufgebaut und verteilte zur Einstimmung als Kostprobe einen "Schwarzen Hagebuttenlikör". Die schwarze Hagebutte sei - im Gegensatz zur roten Hagebutte - ein Zierstrauch, der rosa Blüten trägt und etwas früher reif ist als die Wildform. Wildfrüchte haben einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt, informierte die Fachfrau. Pro 100 Gramm enthielten sie ungefähr 80 bis 100 Milligramm. Die meisten Wildfrüchte haben demnach eine dunkle Färbung: lila, blau oder schwarz.

Die in den dunklen Früchten enthaltenen Antioxidantien binden die freien Radikalen im Körper und können, vorausgesetzt sie werden richtig eingesetzt, bei gesundheitlichen Beschwerden, wie hohem Blutdruck, heilend wirken, informierte Ring. Sie erläuterte in diesem Zusammenhang auch den Unterschied zwischen Heilschnäpsen und Likören. Heilschnäpse werden ohne Zucker angesetzt, dienen der Gesundheit und sind gut für Verdauung, gegen Übelkeit und fürs Wohlbefinden. Liköre dagegen sollen in erster Linie gut schmecken. Aus Weißdorn werde beispielsweise gerne Heilschnaps hergestellt. Viele Liköre könne man auch mit getrockneten Früchten oder Kräutern ansetzen. Kerne sollten entfernt werden, da diese blausäurehaltig sind. Als weitere Grundstoffe für Liköre, durch die Abwehrkräfte gestärkt werden, würden sich Aronia (Apfelbeere), schwarze oder rote Hagebutte, Kornelkirsche, Zierquitte, Brombeeren, Schlehen, Schwarzbeeren, Holunder, Himbeeren, Johannisbeeren und Zwetschgen eignen. Die Referentin führte vor, dass die Herstellung ohne großen Aufwand geschieht.

Mindestens neun Kräuter

Als Kostprobe gab es einen Likör aus 13 verschiedenen Kräutern, der auch als Magenbitter verwendet werden kann. Die Kräuter können je nach Jahreszeit variieren, es sollten jedoch mindestens 9 sein. Spitzwegerich, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Lavendel, Schafgarbe, Salbei, Gundermann, Majoran, Baldrian, Thymian, Giersch, Wermut, Löwenzahn und Dost heißen die Helfer für gute Gesundheit, wobei Wermut wegen seiner Bitterstoffe sehr sparsam verwendet werden sollte. "Die Kräuter möglichst jung pflücken, da dann noch die meisten Inhaltsstoffe vorhanden sind", so ein Tipp der Kräuterpädagogin. Man könne sie sowohl getrocknet als auch frisch verwenden und werde manchmal sogar im eigenen Garten fündig. Vorsitzende Rita Schwandner bedankte sich mit einem herbstlichen Korb samt Inhalt aus dem eigenen Garten für die Ausführungen.
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