Vögel und Niederwild rückläufig

Dagmar Seewaldt-Bösl (von rechts), Markus Kurz, Felicitas Lubinski und Referent Balduin Schönberger (stehend) wollen den Lebensraum für das Rebhuhn verbessern. Bild: sgs
Lokales
Gleiritsch
29.10.2015
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Dem Rebhuhn geht es schlechter den je. In Gleiritsch gab es ab 2002 Fördermaßnahmen, welche in den letzten Jahren "etwas eingeschlafen" sind. Jetzt sind es Wild-Lebensraumberater, die Landwirte und Jäger auf einen gemeinsamen Weg einladen.

Die Voraussetzungen in der Landwirtschaft, aber auch die verschiedenen Förderinstrumente haben sich seit Mitte der 2000er Jahre stark verändert. Zum Projekt "Rebhuhn im Oberpfälzer Wald" luden deshalb die Wildland-Stiftung Bayern, die Gemeinde Gleiritsch und der Bayerische Bauernverband zu einem Informationsabend ein.

Indikator für Feldflur

Eric Imm, Geschäftsführer der Wildland Stiftung Bayern war erfreut darüber, dass er neben den Referenten auch viele Jäger, Landwirte und Grundstücksbesitzer begrüßen konnte. Als Teil des BayernNetzNatur-Projektes "Rebhuhn im Oberpfälzer Wald" sind in der Gemeinde Gleiritsch in den Jahren 2002 bis 2007 positive Erfahrungen mit verschiedenen Maßnahmen zur Förderung der Lebensraumbedingungen gesammelt worden. Leider sind diese Bemühungen in den letzten Jahren etwas "eingeschlafen" und dem Rebhuhn geht es - auch bundesweit gesehen - schlechter denn je.

Das Rebhuhn ist ein Indikator für eine artenreiche Feldflur. Wo die Bestände sich verringern, ist die gesamte Lebensgemeinschaft in Bedrängnis. Deshalb gibt es seit einigen Monaten Wild-Lebensraumberater der Landwirtschaftsämter. Bürgermeister Hubert Zwack führte an, dass für das Niederwild unbedingt etwas getan werden muss. Landwirte müssten angesprochen und über diesbezügliche Förderungen vom Staat informiert werden.

Dagmar Seewaldt-Bösl von der Regierung der Oberpfalz berichtete kurz, dass es von 2003 bis 2005 viele Maßnahmen für Rebhühner gab und die Population damals auch gewachsen ist, was mittlerweile aber wieder stark abgenommen habe. Das Biodiversitäts-Projekt in Tännesberg hat diesbezüglich ebenfalls negative Erfahrungen gemacht. 2016 ist eine Kartierung für Rebhühner in Tännesberg geplant, für Gleiritsch wäre es sinnvoll, sich hier anzuschließen. Es müssten Strategien entwickelt werden, die diesen rückläufigen Trend aufhalten können.

"Durch den massiven Rückgang von Singvögeln und Niederwild wurde die Wild-Lebensraumberatung in Bayern eingeführt", erklärte Balduin Schönberger, Wild-Lebensraumberater für die Oberpfalz am Fachzentrum für Ökologie in Amberg. Ziel ist die Aufwertung des Lebensraumes der Agrarlandschaft durch lebensraumverbessernde Maßnahmen. Angesprochen werden hier Jäger, Jagdgenossen und Landwirte. Der Berater sieht sich als Bindeglied zu den Behörden. Wichtig für die Umsetzung sind aber der gemeinsame Weg aller, ebenso das Interesse des Landwirts und seine betrieblichen Belange.

Der schnelle Strukturwandel in der Landwirtschaft ist das Hauptproblem, durch intensive Bewirtschaftung und Nutzung sind Lebensräume für Wildtiere oft beschnitten, eingeengt oder teilweise verloren gegangen. Schönberger stellte nun verschiedene Maßnahmen vor, die Landwirte vornehmen können und auch gefördert werden (siehe Kasten). "Lebensräume verbessern, Wildtiere fördern, Menschen und Natur verbinden", das ist das große Ziel der Wild-Lebensraumberatung, ebenso die Förderung der biologischen Artenvielfalt.

Felicitas Lubinski von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf ging in ihrer Ausführung auf das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) ein, das ebenfalls die Lebensraumbedingungen für das Rebhuhn verbessert und auf die Bedürfnisse des Naturschutzes abgestimmt ist. Landwirte, die auf freiwilliger Basis ihre Flächen nach den Zielen des Naturschutzes bewirtschaften, erhalten für den zusätzlichen Aufwand und den entgangenen Ertrag eine angemessene Förderung.

Platz zum "Hudern"

Markus Kurz, Gebietsvertreter des Naturparks Oberpfälzer Wald, berichtete von Maßnahmen des Landschaftspflegeverbandes. Darunter fallen die Pflegemahd mit speziellen Gerätschaften, Gehölzentfernungen, Neuanlagen von Hecken und Streuobstwiesen. Besondere Maßnahmen sind die Anlage von Sandwegen, in denen die Rebhühner "baden" und Plätze zum "Hudern" haben.
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