Barbara Winkler referiert zur Heilkraft des Wassesrs
Kalte Reize für mehr Gesundheit

Barbara Winkler zeigte in einer "Trockenübung" an Vorsitzender Rita Schwandner (rechts) wie eine Oberkörperwaschung und ein Knieguss richtig angewandt wird. Bild: sgs
Vermischtes
Gleiritsch
01.04.2016
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Wasser ist nicht bloß zum Waschen da. Gesundheitspädagogin Barbara Winkler referierte beim Gartenbauverein Gleiritsch und zeigte anschaulich auf, wie der moderne Mensch die Heilkraft des Wassers wieder besser nutzen kann.

"Hydrotherapie nach Kneipp - die Heilkraft des Wassers (wieder) nutzen lernen", lautete das Thema von Gesundheitspädagogin Barbara Winkler aus Teunz. Die gelernte Kinderpflegerin absolvierte berufsbegleitend ein Fernstudium zur Gesundheitspädagogin an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen.

Nicht abtrocknen


Die Hydrotherapie ist eine der ältesten Therapieformen, bereits Hippokrates machte Bäder und Waschungen und Aristoteles benutzte sie zur Abhärtung; in Europa waren es vor allem die Griechen und Römer. Richtig wiederentdeckt wurde die Hydrotherapie durch die "Wasserhähne" Johann Siegmund Hahn, Vincenz Prießnitz und Sebastian Kneipp. Letzterer therapierte seine TBC-Erkrankung durch tägliche Tauchbäder in der Donau. Die fünf Wirkprinzipien Kräuter, Ernährung, Wasser, Bewegung und Seelenheil bildeten die Grundlage seiner Heilmethode. In der Hydrotherapie gibt es 130 verschiedene Anwendungen, die alle auf thermische Reize - kalte oder warme - aufbauen. Diese regulieren, stimulieren oder dämpfen die normalen und krankhaften Funktionen im Körper. Kalte Reize sind am besten, da man dadurch abgehärtet wird. Durch die Thermoregulation, also die Änderung der Manteltemperatur durch Wärme oder Kälte, werden das Immunsystem, der Stoffwechsel, die Psyche, die Hormone und das Herz-Kreislauf-System beeinflusst.

Barbara Winkler erklärte, dass Kaltanwendungen nur an warmer Haut erfolgen dürfen. Das Wasser muss frei ablaufen können und darf nur abgestreift, nicht abgetrocknet werden. Hinterher ist sofortige Erwärmung (Sport, Kleidung, nochmalige Bettruhe) unabdingbar. Je jünger ein Mensch ist, desto kürzer und sanfter sollen die Anwendungen sein. Der Abschluss muss immer ein kalter Fußguss sein.

Die Oberkörperwaschung hilft unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Erschöpfung, Kreislaufstörungen oder Erkältungsanfälligkeit und wirkt durchblutungsfördernd, wärme- und stoffwechselregulierend und herzentlastend. Der Knieguss kann bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Krampfadern oder Hitze- und Schweregefühl in den Beinen angewandt werden und wirkt beruhigend und schlaffördernd. Ein ansteigendes Fußbad (Steigerung der Wassertemperatur) hilft bei Erkältungskrankheiten, akuten und chronischen Harnwegserkrankungen, chronischen Nasenneben- und Stirnhöhlenentzündungen oder Menstruationsbeschwerden. Man kann auch durch Bürstenmassagen die Energiebahnen bearbeiten, hierbei beginnt man von unten mit Druck zum Herzen, dann mit wenig Druck vom Herzen weg.

Barfuß im Morgentau


Einfach anzuwenden sind Barfußlaufen, Tautreten oder Schneelaufen. Es gibt Wickel und Auflagen mit Heu, Heubäder oder den Heublumensack. "Heu ist das Morphium des Kneippianers", sagte Winkler und stellte den kalten Gesichtsguss (Schönheitsguss) vor. Dieser belebt die Gesichtshaut, beugt Kopfschmerzen vor und hilft bei geistiger Anstrengung.
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