BI Gegenwind gibt nicht auf
„Kampf am Kulm“ geht weiter

Dr. Siegfried Burger berichtete über die Aktivitäten von "Gegenwind" und bedankte sich bei den Mitstreitern für ihren unermüdlichen Einsatz in den vergangenen zwei Jahren. Bild: sgs
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Gleiritsch
08.06.2016
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Zwei Jahre gibt es die Bürgerinitiative "Gegenwind". In dieser Zeit wurde viel Energie aufgebracht, um den "Windpark Pamsendorf" verhindern zu können. Mittlerweile stehen die fünf Türme. Doch BI-Vorsitzender Dr. Siegfried Burger aus Gleiritsch gibt nicht auf. Er spricht von "Schummeleien und Tricksereien".

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Gegenwind, Dr. Siegfried Burger, konnte zur Infoveranstaltung über den aktuellen Sachstand viele interessierte Besucher begrüßen. Im Gasthaus "Dorfwirt" waren auch Mitglieder der Bürgerinitiativen aus Auerbach, Kohlberg, Niedermurach/Rottendorf und Leuchtenberg anwesend. Dr. Burger teilte mit, dass die BI nunmehr seit genau zwei Jahren besteht und in dieser Zeit schon viel Energie und Arbeit in die vielerlei Aktivitäten, den "Windpark Pamsendorf" zu verhindern, gesteckt wurde.

Nur Mitgefühl


Das Engagement sei ungebrochen. Dr. Burger berichtete von der Hoffnung, als das Gesetz zur 10-H-Regelung vom Bayerischen Landtag bereits verabschiedet war - und von der Enttäuschung, dass dessen ungeachtet nur drei Tage vor dem Inkrafttreten die Baugenehmigung durch das Landratsamt erfolgt ist. Noch größer war die Enttäuschung, als sämtliche Klagen gegen diese "Windmonster" - sei es von der Gemeinde, von der BI oder von Privatklägern und Verbänden - vom Verwaltungsgericht Regensburg abgewiesen wurden. Früher, so Dr. Burger schützte das Gericht den Bürger vor der Willkür der Ämter, heute verstehe sich das Verwaltungsgericht als "das Schutzschild des Amtes". Politiker sämtlicher Parteien, die der Einladung der BI gefolgt waren, um die Situation vor Ort zu begutachten, hätten gesagt, dass man dieses Vorhaben nicht gutheißen könne. "Hier wurde Mitgefühl demonstrativ gezeigt, aber wirklich geholfen hat uns letztlich keiner", kritisierte der Vorsitzende.

Quellwasser entdeckt


Er berichtete auch von den vielen Unstimmigkeiten und Ungereimtheiten während der Genehmigungsphase und mittlerweile auch während der Bauphase. Die Grundelemente der fünf Windräder stehen bereits. Kurz vor Ostern (Gründonnerstag) sei Quellwasser im Baugebiet entdeckt worden, was normalerweise einen sofortigen Baustopp zur Folge hätte. Bis nach den Osterfeiertagen sei jedoch der betroffene Bereich mit Kies aufgeschüttet worden, so dass vom Wasser nichts mehr zu sehen gewesen war. Sein Verhältnis zur Stadt Pfreimd und zum Landratsamt sei gespalten, so Dr. Burger. Im gesamten Verfahren stoße man auf "Schummeleien und Tricksereien, die bisher weder von der Regierung der Oberpfalz noch von den Gerichten korrigiert wurden".

Beate Leipold berichtete davon, dass etliche Gutachten, die für die Baugenehmigung notwendig waren, nachweislich durch die BI widerlegt wurden, das Landratsamt es aber nicht für notwendig gehalten habe, eine objektive Prüfung zu veranlassen. Bis 2011 sei der Kulm außerdem Trinkwasserschutzgebiet gewesen, dieses wurde jedoch aufgehoben. Laut den Ausführungen des Landschaftsplaners seien in diesem Bereich angeblich keine Quell- oder Feuchtgebiete vorhanden. "Ein von der BI beauftragter Geologe konnte dies jedoch widerlegen", so Leipold.

Lisa Bräutigam informierte nochmals über die Flächennutzungsplanung der Stadt Pfreimd, die zurzeit wieder neu aufgenommen worden ist, nachdem 2013 bereits damit begonnen wurde. Wäre das Windprojekt im Flächennutzungsplanverfahren durchgeführt worden, wären die betroffenen Gemeinden beteiligt gewesen und hätten ihre Einwendungen mit Erfolg geltend machen können. Da aber der Stadtrat Pfreimd das Einvernehmen zum Bauantrag nach dem Bundes-Immissions-Schutz-Gesetz erteilt hatte, wurde die Möglichkeit der Mitbestimmung der Nachbargemeinden völlig ausgehebelt. Zum Schluss der Versammlung bat Dr. Burger die Vertreter der auswärtigen Bürgerinitiativen, über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten. Alfons Schmeidel aus Preppach erzählte, dass durch die Mithilfe der BI Gleiritsch ein drittes Windrad in Wittschau/Preppach verhindert werden konnte. Eine Anwohnerin der WKA in Wittschau berichtete, dass sie seit deren Inbetriebnahme an massiven Schlafstörungen leiden würde. Sie gehe müde ins Bett und könne trotzdem nicht schlafen. Als Ursache vermute sie den Infraschall.
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