Dorfläden-Mitarbeiter treffen sich zum Erfahrungsaustausch
Der eigenen Region verpflichtet

Die Teilnehmer mit Dorfladenbetreuer Wolfgang Gröll (links), Geschäftsführer Anton Brand (mit Urkunde), Beiratsvorsitzender Benjamin Zwack (rechts) und den Mitarbeiterinnen des Gleiritscher Dorfladens (vorne). Bild: sgs
Vermischtes
Gleiritsch
09.10.2016
140
0

Mitarbeiter von Dorfläden in ganz Bayern haben den "Schaut's eina" in Gleiritsch mit der Note "hervorragend" ausgezeichnet. Neben Service und Sortiment, punktete auch die Marketing-Strategie: Selbst per Smartphone-App wird mittlerweile die Werbetrommel gerührt.

Zum jährlichen Erfahrungsaustausch waren 24 Geschäftsführer und leitende Angestellte von Dorfläden aus ganz Bayern der Einladung der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten (SDL) gefolgt. Gerlinde Augustin, SDL-Geschäftsführerin, würdigte, dass im Gleiritscher Dorfladen Esprit und Lebensfreude, das Engagement und Herzblut der Verkäuferinnen zu spüren sei. Solche Geschäfte versorgten nicht nur mit Gütern des täglichen Bedarfs, sondern seien auch Kommunikationszentren für die Menschen im Dorf und Ausdruck einer intakten Dorfgemeinschaft.

Nicht unter Preis


Ausführlich wurde darüber diskutiert, wie Umsatzeinbrüchen begegnet werden kann. Fast jeder Dorfladen kennt dieses Problem. Gute Umsätze würden beispielsweise mit regionalen Produkten oder selbst hergestellten Aufstrichen oder Brotzeiten gemacht. Die Läden müssten Kaufanreize schaffen und die Waren ansprechend präsentieren. "Wichtig ist, hochwertige Produkte nicht unter Preis zu verkaufen", empfahl Berater Wolfgang Gröll. Gegen das Vorurteil "der Dorfladen ist teuer" müsse selbstbewusst aufgetreten werden.

Besonders beeindruckt waren die Experten von der professionellen Marketingstrategie im Dorfladen Gleiritsch. Durch Werbung über Flyer, auf Facebook, per Smartphone-App sowie einen Info-Bildschirm im Dorfladen gelang es, den Umsatz zu steigern. Gerade die junge Generation könne so auf den Dorfladen aufmerksam gemacht werden, berichtete Geschäftsführer Anton Brand. Er nutzt die modernen Medien, um vier Werbekanäle zu bedienen. Weitere Aktionen sind Dorfladenfeste und Brotback-Aktionen.

Im "Store-Check" wurde der Gastgeberladen von den Seminarteilnehmern unter die Lupe genommen. Kategorien wie Obst-Auslage, Non-Food-Bereich, Produktpaletten, Sauberkeit, Beleuchtung, Freundlichkeit und Fachkompetenz des Personals, Barrierefreiheit und vieles Weitere wurden von den 24 Dorfladen-Vertretern kritisch untersucht. Das Ergebnis: Der Dorfladen Gleiritsch konnte voll und ganz überzeugen. Besonders bei der Gestaltung des Theken- und Kassenbereichs, dem Frischesortiment und der übersichtlichen Preisauszeichnung überzeuge der Laden. Zudem wurden die engagierten und kompetenten Mitarbeiterinnen lobend hervorgehoben. Von den Tagungsteilnehmern, der SDL und von Berater Wolfgang Gröll erhielt der Dorfladen Gleiritsch das Prädikat "hervorragend".

Größter Arbeitgeber


Die Regionalität sei für viele Dorfläden nicht nur ein wichtiges Thema, sondern auch ein Stück weit Verpflichtung gegenüber der Heimat, erläuterte Anton Brand. Die Verwurzelung des Dorfladens zeige sich darin, dass regionale Produzenten mit ins Sortiment eingebunden und faire Preise bezahlt werden. Zudem würden Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. Überhaupt leisteten Dorfläden mit einem Anteil der Personalkosten am Umsatz von 15 bis 20 Prozent einen hohen Beschäftigungsbeitrag. "Sie schaffen somit deutlich mehr Arbeitsplätze als die Wettbewerber", erklärte Wolfgang Gröll. In Gleiritsch jedenfalls sei der Dorfladen der größte Arbeitgeber.

Zunehmend sei die Regionalität der zentrale Erfolgsfaktor für Dorfläden. Mit speziellen vor Ort erzeugten Waren oder dem persönlichen, direkten Umgang von Mensch zu Mensch würden sich Dorfläden von andern Anbietern abheben. Auch die Einzigartigkeit mache das Besondere der Dorfläden aus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.