Herbstversammlung des GOV Gleiritsch
Kübelpflanzen in Winterruhe

Gärtnermeister Erich Ritschel referierte über die Gartenarbeiten in Herbst und Winter. Bild: sgs
Vermischtes
Gleiritsch
18.11.2016
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Rosen, Salbei und Lavendel gießt der liebe Gott - Gärtnermeister Erich Ritschel hatte bei der Herbstversammlung des Gartenbauvereins Gleiritsch viele Weisheiten parat. Und auch im Winter haben nur die Pflanzen ihre Ruhe.

Erich Ritschel wollte den Mitgliedern des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins Gleiritsch mit der obigen Aussage mitteilen, dass man manche Pflanzen im Hausgarten überhaupt nicht gießen muss, da sich diese das Wasser durch die Wurzel suchen. Vorsitzende Rita Schwander hatte den Experten zuvor bei der Herbstversammlung im "Dorfwirt" begrüßt. Schwerpunkte des Referats waren die Überwinterung der Kübelpflanzen, der Gemüsegarten im Herbst und Winter sowie Blühende Klassiker im Winter.

Kalt und kälter


Start war mit den Kübelpflanzen. Diese könne man in zwei Arten unterteilen: Die, die mehr Frost vertragen (bis minus sechs Grad), wie Oleander, Oliven, Palmen oder Zitronenbäumchen, werden bei 0 bis 10 Grad überwintert. Pflanzen die kaum oder gar keinen Frost vertragen (Wandelröschen, Sundaville, Bougainvillea) sollten in einem temperierten Zimmer bei 5 bis 15 Grad den Winter verbringen. Grundsätzlich gilt, dass die Pflanzen so lange wie möglich draußen bleiben sollten. "Die meisten brauchen die Kälte für die Blütenbildung und es gibt geringere Probleme mit Schädlingen", betonte der Fachmann. Für alle gilt, dass sie vor dem Einräumen gut eingewässert und ordentlich zurückgeschnitten werden sollen, da dadurch weniger Volumen und somit weniger Wasserbedarf und auch weniger Schädlingsbefall ist. Auch sollten im Frühjahr zu lange Triebe zurückgeschnitten werden.

Für die kühle Überwinterung (mit Fenster zur Lüftung) sind Garagen oder ungeheizte Räume ideal. Wichtig ist, dass man die Pflanzen gleichmäßig feucht hält, sie aber nicht düngt. Im Frühling sollte man die Pflanzen während einer Schlechtwetterperiode ins Freie räumen, da sie langsam an die Sonne gewöhnt werden müssen.

Im Haus- und Gemüsegarten beschränken sich die Arbeiten auf einen dezenten Herbstschnitt bzw. teilweise wird überhaupt nicht geschnitten, um die Pflanzen besser vor Frost zu schützen. Gräser werden nur zusammengebunden, was auch noch einen dekorativen Effekt hat. "Im Gemüsegarten ist es wichtig, die Beete umzustechen, da die Frostgare das Beste überhaupt für den Garten ist", sagte Ritschel. Düngung und Bodenverbesserung findet nur im Frühjahr statt, wenn die Bodentemperatur bei 8 bis 10 Grad liegt. Meist sind die Böden in den Gärten sowieso zu gut. Der Referent gab folgenden Tipp: Alles, was nicht höher als 50 Zentimeter wird, mag mageren Sandboden, Alles was höher wird bzw. nach oben wächst (wie Tomaten) liebt einen humosen, fetten Boden. Was das Gießen anbetrifft, sollte man dies mit System und nicht zu oft machen. "Die Meisten gießen ihre Pflanzen zu Tode. Besser ist es, wenn die Pflanzen trocken werden", so Ritschel. Sollte jemand Probleme mit der Spinnmilbe oder der weißen Fliege haben, wusste er ebenfalls eine Lösung: Diese Schädlinge überwintern in den oberen Ecken im Gewächshaus. Also einfach am Boden eine Folie auslegen und das Haus mit Hochdruckreiniger gründlich ausspritzen. Die Folie wird danach mitsamt den Schädlingen entsorgt. Der Referent empfahl auch die biologische Bekämpfung mit Nützlingen, die man im Garten/Gewächshaus ausbringt. Pflanzenschutz (Frostschutzvlies) im Winter sollte erst nach Weihnachten angebracht werden, da vorher die Nächte noch nicht so kalt sind und die Pflanzen abgehärtet werden sollten. Das Wichtigste im Winter ist, dass man das Gießen nicht vergisst: "Die meisten Pflanzen erfrieren nicht, sie vertrocknen." Wasser schützt auch vor Frost. Eine Ausnahme bildet die Clematis, sie sollte lieber zu trocken sein.

Im Gewächshaus


Was die Bepflanzung im Gewächshaus betrifft, gab Ritschel den Anwesenden den Ratschlag, Tomaten nach vorne und Gurken nach hinten zu pflanzen. Tomaten, Paprika oder Peperoni brauchen es warm und feucht. Gurken wollen es schattig und nicht zu nass. Eine Tomate braucht dreimal so viel Wasser wie eine Gurke. Noch besser wäre es, die Tomaten in einem Pflanzkübel in das Haus zu stellen.

Zum Abschluss seines interessanten Vortrags ging Erich Ritschel noch auf die Pflege einiger klassischer Zimmerpflanzen, wie Weihnachtsstern, Amaryllis, Palme, Orchidee oder Alpenveilchen ein und beantwortete die Fragen der anwesenden GOV-Mitglieder. Vorsitzende Rita Schwandner bedankte sich mit einem kleinen Präsent aus dem Dorfladen und hoffte, dass alle Ratschläge beherzigt werden. Sie wies noch darauf hin, dass am 1. Adventssonntag (27. November) eine Winterwanderung nach Atzenhof zum Gasthaus "Heuberger" stattfindet.
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