Zukunftsforum "Ländliche Entwicklung"
Dorfladen in Hauptstadt aktiv

Vermischtes
Gleiritsch
26.01.2016
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Der Dorfladen Gleiritsch gehörte zu den fünf Bürgerläden aus Bayern und Niedersachsen, die beim Zukunftsforum "Ländliche Entwicklung" mit 650 Fachleuten und auf der "LandSchau"-Bühne der Grünen Woche präsent waren. Dabei wurde auch die "Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden" gegründet.

Berlin/Gleiritsch. Anton Brand, Geschäftsführer des Dorfladen Gleiritsch, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der in der Halle 4.2. "Lust aufs Land" gegründeten "Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden", die künftig die Interessen von bürgerschaftlich oder kommunal betriebenen Dorfläden vertreten will, von denen es inzwischen über 200 gibt. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betonte zur Eröffnung des 9. Zukunftsforums die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements und der Kreativität der Menschen im ländlichen Raum.

Dorfläden seien keine Romantik, sondern die Nahversorgung und die Sicherung der Daseinsvorsorge hätten einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität in den Dörfern. Während des zweitägigen Zukunftsforums zählte die Veranstaltung "Gut versorgt vor Ort?" mit 135 teilnehmenden Fachleuten und Gästen zu den am stärksten frequentierten Veranstaltungen auf dem Messegelände.

Vielfältige Konzepte


Günter Lühning aus dem niedersächsischen Otersen präsentierte als Sprecher des Dorfladen-Netzwerkes die vielfältigen Konzepte von neun Dorfläden aus fünf Bundesländern, darunter auch den Dorfladen Gleiritsch. Die neuen Dorfläden sind Multifunktionshäuser mit vielen Angeboten, Dienstleistungen und Orten der Begegnung im Dorf. Immer öfter entwickeln sich Dorfläden als Selbsthilfe-Einrichtungen vom kleinen Lebensmittel-Markt zum Lebensmittel-Punkt eines Dorfes. Über 200 von Bürgern gegründete Läden seien die Antwort auf das Ladensterben und den Rückgang der Lebensmittelgeschäfte von 160 000 (1970) auf unter 39 000.

Für Lebensqualität im Heimatdorf würden viele Dorfgemeinschaften kräftig anpacken, um sich Nahversorgung statt "weit entfernt"-Versorgung zu sichern, so Lühning. Ob die Menschen vor Ort tatsächlich gut versorgt seien, hänge vom Engagement der Bürger und von der Unterstützung durch Kommunen, Land und Bund ab, beantwortete Günter Lühning die Fragestellung im Veranstaltungstitel.

Alle Dorfladen-Akteure waren am ersten Tag in Berlin zum Abendempfang des Bundesministeriums eingeladen und nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Aktiv waren die Dorfladen-Akteure an drei Tagen bei Gesprächsrunden auf der "LandSchau"-Bühne der weltgrößten Ernährungsmesse. Anton Brand stellte dem Publikum in Berlin den Dorfladen Gleiritsch vor und beantwortete in der Talk-Runde die Fragen der NDR-Fernsehmoderatorin Heike Götz und der Moderatorin Petra Schwarz.

Interessenvertretung


Acht Vertreter der Dorfläden Bolzum und Otersen aus Niedersachsen sowie Farchant, Gleiritsch und Hofstädten aus Bayern beschlossen eine Vereinssatzung und gründeten damit die "Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden". Die Gründungsmitglieder erwarten innerhalb der nächsten Monate einen Anstieg der Mitgliederzahl auf über 50. Der neue Verein will nicht nur Interessenvertretung sein, sondern Initiativen zur Sicherung der Nahversorgung und die Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Verantwortlichen in Dorfläden unterstützen. Weitere Informationen gibt es im Internetportal www.dorfladen-netzwerk.de.
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