Zwei Orte, die ihr Geschäft nicht mehr missen wollen
"Schaut's eina"

Die Leute schauen gerne rein: Der Dorfladen in Gleiritsch (Kreis Schwandorf) schreibt schwarze Zahlen. Bild: Götz
Wirtschaft
Gleiritsch
02.09.2015
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(räd) Wenn der private "Tante-Emma-Laden" schließt, dann gibt es vor allem auf dem Land oft keine Einkaufsalternative mehr. Der einzige (Aus-)Weg: die Fahrt in den nächsten größeren Ort, wo sich immer öfter ein Supermarkt oder Discounter befindet. Es sei denn, Dorfgemeinschaft oder Kommune nehmen selbst die Zügel in die Hand. In der Oberpfalz gibt es mehrere Beispiele dafür. Eines davon ist der Dorfladen "Schaut's eina" in Gleiritsch (Kreis Schwandorf), der im vergangenen Jahr für sein Konzept den Sonderpreis "Land- und Dorfentwicklung" der Staatsregierung bekommen hat. Heuer wurde er bei der Grünen Woche in Berlin als "Dorfladen des Jahre 2015" ausgezeichnet.

Der Gleiritscher Bürgermeister Hubert Zwack fasst die Bilanz des Ladens kurz und bündig zusammen: "Gut bewährt." Seit Eröffnung im September 2012 kommen laut Zwack von Montag bis Samstag im Schnitt zwischen 80 und 100 Kunden zum Einkaufen, mittlerweile auch aus Nachbarorten. "Es ist ein Angebot für Jung und Alt." Und vor allem zu Fuß erreichbar. Umsatz und Gewinn stimmen ebenfalls. "Wir schreiben seit 2014 schwarze Zahlen", freut sich Zwack. Auf 90 Quadratmeter hat der Laden über 1200 speziell auf die Nachfrage abstimmte Artikel im Sortiment. Bäcker und Metzger steuerten viel zum Umsatz bei.

Noch in der Aufbauphase befindet sich der am 14. April 2014 eröffnete Laden in Altendorf (Kreis Schwandorf). "Wir sind zufrieden. Es ist aber noch steigerungsfähig", sagt Bürgermeister Georg Köppl. Bis zu zwei Jahre könne es erfahrungsgemäß dauern, bis ein Geschäft in die schwarzen Zahlen komme. Dennoch ist der Laden schon jetzt ein Gewinn für die Dorfgemeinschaft. "Wir möchten ihn nicht mehr missen." So sieht es auch Zwack. Das kleine Geschäft steigere die Lebensqualität.
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