Alte Kürzungsvorgaben für Hohenfels und Grafenwöhr - Soldaten und Zivilbeschäftigte betroffen
US-Armee baut mehr als 200 Stellen ab

Seit einem Jahr herrscht wieder Hochbetrieb auf den US-Truppenübungsplätzen Hohenfels und Grafenwöhr. Auch üben längst wieder US-Panzertruppen in der Oberpfalz. Bild: paa
Archiv
Grafenwöhr
24.03.2015
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Obwohl der Übungsbetrieb auf den US-Truppenübungsplätzen Hohenfels (Kreis Neumarkt) und Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) wegen der Spannungen mit Russland deutlich zugenommen hat, setzt die US-Armee den Personalabbau in der Oberpfalz fort. Das Gemeinsame Multinationale Trainingskommando des US-Heeres (JMTC) in Europa muss 83 Stellen für US-Soldaten, neun für amerikanische Zivilangestellte und 114 für deutsche Beschäftigte abbauen.

Zumindest die Zahl der Deutschen, denen eine Kündigung droht, scheint von 114 in beiden US-Standorten auf 32 in Hohenfels und 13 in Grafenwöhr gesunken zu sein. Diese Größenordung nannte Karl Raps, Vorsitzender der Betriebsvertretung des JMTC. Das JMTC teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, es gebe noch keine endgültigen Zahlen. Das Kommando bemühe sich zusammen "mit den Betriebsräten in Grafenwöhr und in Hohenfels darum, betroffene Beschäftigte in andere Positionen umzusetzen". Die Mitteilungen an den Betriebsrat über den Stellenabbau seien Teil des Rechtsweges. Zugleich bestätigte die US-Armee, dass möglicherweise bis Ende Mai Kündigungsschreiben versandt werden. Betroffene müssten dann zum Jahresende ausscheiden. Das JMTC wies darauf hin, dass es durch Umsetzungen und Verrentung bereits gelungen sei, die Zahl der vom geplanten Stellenabbau betroffenen Arbeitnehmer deutlich zu reduzieren. Sollte es am Ende tatsächlich zu Entlassungen durch die US-Armee kommen, ist die bayerische Staatsregierung in der Pflicht: Sie hatte Betroffenen vor einem Jahr Hilfen versprochen, unter anderem "konversionsspezifische Weiterqualifizierungen". Die Staatsregierung stehe mit ihren Hilfsangeboten "im Standby", sagte die damalige Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU).

Der Stellenabbau ist Teil der Umstrukturierung bei der US-Armee in Europa. Das JMTC teilte mit: "Wir werden mit dem Prozess fortfahren, bis er beendet ist oder wir neue Richtlinien von unseren übergeordneten Hauptquartieren erhalten". Angekündigt wurde die Umstrukturierung schon im Jahr 2011. Der damalige amerikanische Verteidigungsminister Bob Gates sprach einerseits von "übermäßigen Truppenstrukturen in Europa", versprach aber andererseits, dass Änderungen nicht vor 2015 und nicht ohne Konsultationen mit den Partnern umgesetzt würden.
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