Bundeswehr hält sich bedeckt
Heer bleibt Antworten schuldig

Drei der "Tiger"-Kampfhubschrauber während ihres Übungseinsatzes in Grafenwöhr. Bei einer der Maschinen löste sich während eines Flugs ein sogenanntes Startgerät der Panzerabwehrrakete Hot. Archivbild: nt/az
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Grafenwöhr
30.09.2014
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Ja, es gab einen Zwischenfall; nein, Genaueres lasse sich derzeit nicht sagen: Die Bundeswehr hält sich am Montag mit Auskünften zur Panne bei der Hubschrauberübung in der Oberpfalz bedeckt.

Das deutsche Heer in Verteidigungsstellung: Ein freundlicher Presseoffizier bestätigt am Montag zwar erneut den Zwischenfall und verspricht, sich um nähere Informationen zu bemühen. Gleichzeitig wirbt Leutnant Frank Tuschmo vom Presseinformationszentrum des Heeres in Strausberg um Verständnis: Die Bundeswehr stehe derzeit unter besonderer Beobachtung, deshalb seien die Verantwortlichen des Heeres sehr vorsichtig, wenn es um Informationen für die Öffentlichkeit gehe.

Tatsächlich gab es dann bis zum Abend kaum Neuigkeiten. Fest steht, dass ein Kampfhubschrauber des Typs "Tiger" während des Flugs ein Startgerät für den Panzerabwehrlenkflugkörper Hot verloren hat. "Der Spiegel" meldete am Sonntag, dass ein geöffnetes Waffenschloss den Zwischenfall ausgelöst hat.

Ob dies tatsächlich der Grund war, dazu gab es am Montag keine Auskunft von der Truppe. Auch zum Ort des Geschehens schweigt die Bundeswehr. "Der Spiegel" schreibt, dass das Waffenteil am 8. September über dem Übungsplatz Grafenwöhr vom Himmel gefallen sei. Andere Quellen behaupten, der Vorfall habe sich am Standortübungsplatz der Bundeswehr in Weiden ereignet. Der Presseoffizier des in Weiden stationierten Artilleriebataillons 13 wollte dies nicht bestätigen. "Von einem Vorfall in Weiden ist mir nichts bekannt", erklärte Oberleutnant Ronny Schubert auf Nachfrage.

Unklar bleibt außerdem, ob der Hubschrauber mit der geöffneten Waffenverriegelung auch über ziviles Gebiet flog und so Zivilisten in Gefahr waren. Offen lässt die Bundeswehr auch die Frage, ob hinter der offenen Verriegelung Materialprobleme oder der Fehler eines Soldaten stehen. Auch zum Verbleib des verlorenen Teils gab es von der Bundeswehr keine Antwort.

Fest steht, dass Anfang September vier "Tiger" in der Oberpfalz waren, um am Truppenübungsplatz Grafenwöhr den Ernstfall zu proben. Grafenwöhr zählt zu den wenigen Plätzen in Deutschland, auf denen der "Tiger" seine Waffensysteme testen kann. Auf dem Übungsplatz nutzten die Piloten vor allem die Schießbahn 301 südlich von Kirchenthumbach. Dies ist die größte des gesamten Truppenübungsplatzes.

Während ihres Aufenthalts übte die hessische Hubschraubereinheit auch gemeinsam mit den Weidener Artilleristen und dem Gebirgsjägerbataillon 232 aus Berchtesgaden.
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