Besucherrückgang in Grafenwöhr
„Das sicherste Fest in Europa“

"Es hätten ein paar Familien mehr sein können, manche hatten doch Angst, dass etwas passieren könnte." Zitat: Peter Renner
Freizeit
Grafenwöhr
09.08.2016
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Helmuth Wächter (hinten, links) war begeistert vom Fest. Daran ändert die Tatsache nichts, dass für seinen DAGA deutlich weniger Geld aus dem Bierausschank übrig bleiben dürfte. Bilder: rgr

Wenn man die früheren deutsch-amerikanischen Volksfeste nicht erlebt hat, war das vergangene Wochenende am Übungsplatz in Grafenwöhr etwas Außergewöhnliches. Festbesuchern mit Erfahrung fiel aber doch auf, dass die Besucherzahl nicht an vergangene Jahre heranreichte.

"Es war ein schönes Fest", sagt Hauptorganisator Peter Renner. Und auch Franz Zeilmann ist am "Tag danach" glücklich und zufrieden mit dem 58. Deutsch-Amerikanischen Volksfest in Grafenwöhr. An dieser Bewertung ändert auch die Tatsache nichts, dass die Besucherzahl doch recht deutlich zurückgegangen ist. "Etwa ein Drittel weniger", sagt Zeilmann, Renner nennt eine Zahl von 75 000 Gästen, nach gut 100 000 im Vorjahr.

"Ich bin zufrieden. Das Wichtigste ist, dass nichts passiert ist", zieht der deutsche DAGA-Präsident Helmuth Wächter am Montagnachmittag Bilanz. "Am Freitag und Sonntag blieb zwar der große Besucheransturm aus; aber dafür ging es am Samstag hoch her", teilte Wächter mit. Den Besucherrückgang kann DAGA-Kassier Hermann Marherr auch am Bierverkauf nachvollziehen: 84 Hektoliter schenkten die Helfer an der Zapfanlage aus. 2015 waren es noch 106 Hektoliter.

Hervorragend liefen die Geschäfte am Samstag, als die Damenshowband "Midnight Ladies" die Gäste animierte. Aber auch die große Militärausstellung habe viele Besucher begeistert. Den Verantwortlichen dafür spricht Wächter seinen Dank aus, genauso wie der deutschen und der Militärpolizei, allen Sicherheitsleuten sowie dem BRK, die kleinere Unfälle schnell verarzteten.

"Es hätten ein paar Familien mehr sein können, manche hatten doch Angst, dass etwas passieren könnte", mutmaßt Festwirt Peter Renner zum Besucherrückgang. Wer keinen Vergleich zu früheren Jahren hatte, der war dennoch von der Größe beeindruckt. Das belegte die Reaktion der beiden neuen "Chefs" am Übungsplatz: "Überaus positiv überrascht zeigten sich Garnisonskommandeur Oberst Lance C. Varney und Brigadegeneral Antonio G. Aguto", erklärt Wächter. Das stimmt den früheren Bürgermeister positiv für die Zukunft. Denn es sei die Entscheidung der Amerikaner, ob es auch im kommenden Jahr ein Deutsch-Amerikanisches Volksfest gefeiert wird. "Wir von der DAGA stehen Gewehr bei Fuß. Wir wollen und brauchen auch dieses Fest; zum einen wegen der Hilfsorganisation, aber auch wegen der Bevölkerung", erklärt der DAGA-Präsident.

Auch Franz Zeilmann ist trotz Besucherrückgangs glücklich. Am Montag zieht der Pressesprecher eine positive Bilanz. "Natürlich gab es wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrung längere Wartezeiten." Die große Mehrzahl der Gäste habe aber viel Verständnis gezeigt. Immer wieder habe er gehört, dass es die Menschen in Camp Kasserine durchaus gut fanden, bestmöglichst geschützt zu feiern. "Einige sprachen vom sichersten Fest in Europa", berichtet Zeilmann.

Weil noch mehr Gäste die Shuttlebusse nutzten, habe sich die zusätzliche Wartezeit ohnehin in Grenzen gehalten. Zum Erfolg haben auch in diesem Jahr die deutsche Polizei, die Feuerwehr und die Helfer des Roten Kreuzes beigetragen. "Dafür möchte ich mich nochmals ausdrücklich bedanken." (Hintergrund)

Es hätten ein paar Familien mehr sein können, manche hatten doch Angst, dass etwas passieren könnte.Peter Renner
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