Katholische Theatergruppe inszeniert den "Gockelkriag" als Freilicht-Aufführung beim Kastenhaus
Ruhestörung um Mitternacht

Grafenwöhr
23.07.2014
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Es ist kein Geist, der zur Mitternacht sein Unwesen treibt. Aber die nächtliche Ruhestörung hat es in sich und erhitzt die Gemüter. Rache wird geschworen, aber die "Hauptperson" bleibt unsichtbar.

Zu hören ist Hieronymus allerdings schon. Das laute Kikeriki ist der Grund allen Übels und entfacht einen wahren "Gockelkriag". Die Katholische Theatergruppe setzte das Stück im Innenhof des Kastenhauses hervorragend in Szene.

Die Laienschauspieler zeigten dieses Mal ein Stück von Ulla Kling. Die Zuschauer wussten eigentlich, was auf sie zukam; anders als wenn Wolfgang Bräutigam selbst zur Feder gegriffen hätte. Aber die Rollen waren perfekt verteilt. Das Publikum konnte sich einfach nur zurücklehnen und genießen. Zum Beispiel wenn Lisa-Marie Bernhard alias Krautmoserin das Sagen hatte und nicht nur mit Worten schlagfertig "argumentierte", sondern auch mit der Hand und mit der Bratpfanne.

Aber auch Regina Bräutigam alias Anna Moosbrugger zog alle Register ihres Könnens, als es darum ging, Klage zu erheben. Da aber "John Specht gar net so schnell schreib'n kann, als sie red't", war erst einmal der Schaden abgewendet.

Feucht, aber nicht immer fröhlich, sondern eher wie bei einem Zickenkrieg ging es im "Dreimäderlhaus" der Krautmoserin zu. Alle drei, eine hübscher als die andere, sind dem starken Geschlecht nicht abgeneigt. Vroni (Stefanie Lacher) hat mit dem Nachbarssohn (Michael Bräutigam) ihre große Liebe gefunden. Rosi (Sophia Speth) hat sich den Dorfgendarmen (Michael Birner) angelacht und Steffi (Lisa Speth) bandelt mit dem Tierpsychologen (Florian Danninger) an. Nach einigen Turbulenzen wird eine versierte Richterin (Iris Zechmayer) eingeschaltet, die bei einem Vor-Ort-Termin das Leben von Hieronymus retten kann. Schließlich stand schon die Ehe von Nachtwächter Georg Moosbrugger (Wolfgang Bräutigam) auf dem Spiel und konnte letztlich ebenfalls gerettet werden.

Am Ende gibt es natürlich ein Happy End, als der Tierpsychologe herausfindet, dass es sich bei Hieronymus um einen sehr wertvollen mexikanischen Gockel handelt, der nur mit der Zeitumstellung nach der langen Reise seine Probleme hatte und deshalb immer um Mitternacht krähte.

Die Schauspieler brillierten auch im 30. Jubiläumsjahr; allen voran Vorsitzender und Regisseur Wolfgang Bräutigam. Das gilt auch für Lisa Speth, die das erste Mal auf der Bühne der Katholischen Theatergruppe stand.
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