Militärhistoriker Dr. Charles H. Cureton zu Gast im Kultur- und Militärmuseum
US-Geschichte auf Bayerisch

Dr. Charles H. Cureton (Mitte), Chef-Kurator des Zentrums für Militärgeschichte der US-Armee in Washington, besuchte den Übungsplatz und das Kultur- und Militärmuseum. Bei der Führung waren dabei: (von rechts) Hannah Shield, Andre Potzler und Ryan Meyer von der US-Armee sowie Reinhard Trauner, Willi Buchfelder und Willi Gottschalk vom Heimatverein. Bild: mor
Kultur
Grafenwöhr
08.09.2016
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Hoher Besuch in Grafenwöhr: Der oberste Militärhistoriker aus Washington, Dr. Charles H. Cureton, schaute in der Garnisonsstadt vorbei. Dort überraschte er seine Gastgeber mit Kenntnissen in bayerischer Geschichte.

/Vilseck. "Die Grafenwöhrer können stolz auf die Darstellung ihrer militärischen Geschichte sein", urteilte Dr. Charles H. Cureton. Der oberste US-Militärhistoriker und Chef-Kurator des Zentrums für Militärgeschichte der US-Armee in Washington stattete den historischen Einrichtungen auf dem Übungsplatz und dem Kultur- und Militärmuseum in der Stadt einen Besuch ab.

Chef-Kurator Cureton holte sich Informationen zur Darstellung der Geschichte der US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Andre Potzler von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des 7. US-Armee-Ausbildungskommandos (7th ATC) hatte das Programm für den Gast aus Washington arrangiert. Auftakt war eine geschichtliche Einweisung im Wahrzeichen des Übungsplatzes, dem Wasserturm.

Jim Federline führte den Chef-Kurator durch die Museums-Räume des Turms. Als Autor des Truppenübungsplatzbuches gab Stabsfeldwebel der Reserve Gerald Morgenstern einen Überblick zum Bau des Wasserturms und zur Entstehung des damaligen königlich bayerischen Artillerieschießplatzes. Dass eine bauähnliche Kanone des ersten Artillerieschusses von 1910 nun mit alten US-Militärfahrzeugen auf dem Paradefeld installiert werden soll, erfuhr der Gast aus Washington ebenfalls. Über aktuelle Zahlen, Ereignisse und laufende militärische Ausbildungen informierte der Chef des Stabes des 7th ATC, Oberst Clark Lindner.

Schwerpunkt des Besuchs war in Vilseck das Reed-Museum. Museumsleiter Ryan Meyer und seine Mitarbeiterin Hannah Shields erläuterten den Aufbau der Ausstellung des traditionsreichen 2. US-Kavallerieregiments. Es ist das älteste noch aktive Kavallerieregiment der US-Armee und wurde 1836 aufgestellt. Unter Oberst Reed, nach dem das Museum benannt ist, retteten die US-Kavalleristen zum Ende des Zweiten Weltkriegs die berühmten Lipizzaner Pferde hinter den sowjetischen Linien. Zahlreiche Dokumente und Exponate im Museum zeugen auch von der Zeit des Kalten Krieges, in dem das Regiment zur Grenzsicherung in Bayern eingesetzt war.

Heimatvereinsvorsitzender Willi Buchfelder und Schatzmeister Willi Gottschalk begrüßten am letzten Besuchstag den Chef-Kurator im Kultur- und Militärmuseum. Reinhard Trauner führte Cureton und die US-Delegation durch den Kultur- und Militärteil des Museums. Nicht schlecht staunten die Grafenwöhrer Museumsleute, als der US-Historiker genau die Regimenter und Abstammung der ausgestellten Uniformen der königlich bayerischen Armee anhand der Abzeichen und Wappen bestimmte. Cureton erzählte, dass er während der Militärzeit seines Vaters in München lebte und da bereits seine Leidenschaft für Militärgeschichte entdeckt hatte.

Eine einzigartige und neue Erfahrung waren für Chef-Kurator Cureton im Umkehrschluss die Uniformen des Labor-Service und der Signal-Einheit. Bislang wusste der Historiker nichts von Einheiten, in denen zivile deutsche Mitarbeiter in US-Uniformen ihren Dienst verrichteten.
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