Musical "Katzen tanzen nicht mit Wölfen"
Tierisch gutes Katzentheater

Aus Siri (Rebecca Reiß, Mitte) wird der Kater Sirius. Mit den Schloss- und Waldkatzen wurde dem Publikum eine tolle Choreografie geliefert. Bilder: rgr
Kultur
Grafenwöhr
02.05.2016
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Hakima (Eva Mayer, links) und die Elfe (Theresa Reber) bitten alle um Verzeihung.

Kampf, Krieg und Trauer; aber auch Freude, Tanz und Liebe - die jungen Musical-Darsteller zeigten Szenen aus dem Leben und ließen ihren Emotionen freien Lauf. Verkörpert haben sie dabei Tiere, Geschlechtertausch inbegriffen.

Den rund 1400 Zuschauern bereiteten sie damit ein "tierisches Vergnügen" beim Musical "Katzen tanzen nicht mit Wölfen". Darum geht's: Frosch Fridolin (Annalena Schaller) begegnet auf der Suche nach einem schönen Mädchen dem hungrigen und oft vergesslichen Storch (Johanna Baumann) sowie dem schlauen Fuchs (Milena Wegmann). Beinahe wird Fridolin zum Opfer, aber dank des Versprechens, das sich Fuchs und Storch vor kurzem gegeben haben, bleibt der Frosch unversehrt - vielmehr - er gewinnt sogar zwei Freunde. Die drei singen im Lebensgedicht von ihren Erfahrungen und geben allen Ratschläge, wie man sich vom Bösen zum Guten wandelt.

Doch dann taucht der böse braune Wolf (Michael Bräutigam) mit seiner wilden Hundehorde auf. Er nimmt Fuchs und Storch gefangen und will vor allem auch das Reich der Katzen erobern. Die Katzenwelt wird vom Katerkönig Siegfried (Vanessa Trummer) regiert. Alle Katzen leben wunderbar, selbst wenn manchmal kleine Neckereien an der Tagesordnung stehen. Fabienne (Katharina Ertl), die Anführerin der Schlosskatzen, und Anita (Katrin Groß), die Anführerin der Waldkatzen, waren beide in Siegfried verliebt und hofften, ihn für sich zu gewinnen. Doch Siegfried hatte sich schon lange für eine andere entschieden ... Es entfacht sich ein Krieg zwischen Wald- und Schlosskatzen.

Siri (Rebecca Reiß), die Tochter von Siegfried und Hakima (Eva Mayer), ist dabei, als der Wolf auf ihren Vater trifft. Sie will ihn retten, doch wird sie verletzt und der Vater erliegt im Kampf. Alle Katzen sind nun führerlos und geben die Schuld am Tod des Königs seiner Lebensgefährtin Hakima und der gemeinsamen Tochter Siri. Alte Rivalitäten brechen unter den Katzen auf. Hakima und Siri wollen jedoch Frieden stiften und greifen mit Hilfe der Blumenelfe Ella (Theresa Reber) zu einer List. Aus Siri wird der junge verwegene Kater Sirius, der die Katzen zur Vernunft bringen soll. Doch es hat niemand mit dem Auftauchen des gestiefelten Abenteurerkaters Sigismund (Lukas Braun) gerechnet. Das Katzenvolk ist entzückt von ihm und überlegt, Sigismund zu ihrem neuen Anführer zu machen. Bei ihrem Konkurrenzkampf will natürlich keiner der Unterlegene sein, wenn sie singen "Ich bin besser".

Zuvor gab es weibliche Katzenpower nach dem Kleiderwechsel von Siri, die zu Sirius wurde. "Es ist doch leicht, ein Mann zu sein", wurde behauptet. Aber so einfach war es dann doch nicht, als es um die Befreiung der Kater ging. Ella und Hakima bitten alle um Verzeihung für die Fehler der letzten Jahre. Auch bei den Tieren galt: "Nur gemeinsam sind wir stark." Und auch Sigismund und Sirius merken, dass sie einander brauchen. Das non plus ultra lautet: "Die Liebe siegt, sie ist die Kraft, die Leben schafft ..."

Die Botschaft des Musicals aus der Feder von Torsten Karow haben die 25 Akteure meisterhaft umgesetzt. Aber auch der Spaß kam beispielsweise beim Charleston und beim "Samtpfötchenwalzer" sowie mit den Hunden Wladimir (Sophie Ließmann) und Boris (Sina-Marie Spachtholz) nicht zu kurz. Auch gesanglich bot das Musical hohes Niveau. Ein großes Lob geht an Chorleiterin Ute Groß und Regisseur Wolfgang Bräutigam sowie an die Macher des Bühnenbildes und der Kostüme, die das Musical-Team selbst gemalt und geschneidert hatte. Meisterhaft geschminkt wurden die Mitwirkenden von Regina Bräutigam, Nicole Ertl, Sandy Hammer, Eva Reiß und Doris Wegmann.
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