Schwarzenbacher Schenklzinterer und Benno Englhart in Südkorea
Bayerischer Charme erobert Korea

Das Abenteuer beginnt
Kultur
Grafenwöhr
08.10.2016
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Mit dem koreanischen Akkordeonspieler Acco Sem sorgte Benno Englhart (Trompete) für musikalische Unterhaltung beim kleinen Oktoberfest der internationalen katholischen Gemeinde in Seoul.

Zum koreanisch-deutschen Kulturaustausch entwickelte sich die Reise der Schwarzenbacher Schenklzinterer und Musiker Benno Englhart nach Südkorea. Eine Einladung zum Oktoberfest im deutschen Dorf Namhae-gun war Grund der Reise.

Schwarzenbach/Grafenwöhr/Südkorea. (myd) Bereits am Tag der Ankunft in Seoul stand der erste Auftritt beim Oktoberfest der internationalen katholischen Gemeinde auf dem Plan. Nach einer kurzen Probe mit dem befreundeten südkoreanischen Akkordeonspieler Acco Sam brachen die Gäste zum Gemeindezentrum auf. Dort begrüßte sie ein Alphornquartett des koreanischen Jodelclubs. Die Schuhplattler waren zum ersten Mal in Korea und von der Gastfreundschaft überrascht. Für Benno Englhart war es schon die dritte Reise, er traf viele Bekannte. Der Abend entwickelte sich zum Musikantentreffen. "Ich bin überrascht, wie textsicher die Koreaner bei deutschen Volksliedern, wie 'Rosamunde', 'Kufsteinlied' oder 'Oh Tannenbaum' sind", gab Stefan Götz, Musikverantwortlicher der Schenklzinterer, zu. Bei "Rock mi" hielt es kaum jemand auf den Stühlen. Anschließend machten sich die jungen Schwarzenbacher auf zur Exkursion durch den pulsierenden Stadtteil Itewon.

Gangnamstyle in Gangnam


Mit dem Musiklehrer der deutschen Schule in Seoul gestaltete Englhart am nächsten Tag an der Trompete den Sonntagsgottesdienst. Reiseleiterin Soonae Lee Fink zeigte der 13-köpfigen Gruppe Sehenswürdigkeiten. "Ich bin überrascht, dass die Stadt so sauber ist", wunderte sich Plattler Stefan Bock. Zu einem Schuhplattl-Workshop trafen sich die jungen Oberpfälzer am Montagvormittag in der deutschen Schule. Englhart zeigte den Kindern, wie man Alphorn spielt.

Pianist Mr. Lee, ein Bekannter Englharts, lud die Gruppe zum Abendessen und in seinen Club in Gangnam zum kulturellen Intermezzo mit Akkordeon, Piano, Gesang einer Sopranistin, Trompete und Alphorn ein. Dazu gaben die Schenklzinterer mit ihren Tanzeinlagen zu bayerischen Melodien und modernen Hits Vollgas. Für Furore sorgte der Gangnamstyle.

Die Reise ging weiter nach Süden in ein traditionelles Dorf und das größte Taekwondo-Center der Welt. Beim Tempels-Stay tauschten die Oberpfälzer für einen Tag Lederhosen gegen Tempelkleidung und nahmen an den Zeremonien teil. Am Abend gaben sie eine Vorführung in der Meditationshalle.

Alphornspieler und Jodler Mr. Choo lud die Bayern am nächsten Abend ein. Der Rinderzüchter musste wegen des anhaltenden Regens eine besondere Örtlichkeit anbieten: den Vorraum seines Kuhstalls. Gäste und Gastgeber tauschten sich mit Gesang, Jodeln, traditionellem Trommeln und anderen Einlagen aus.

Auch auf der Halbinsel Namhae war der Empfang freundlich. Das dortige deutsche Dorf richtet in jedem Jahr ein großes Oktoberfest auf. "Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Koreaner fällt auf", meinte Schuhplattler Toni Neumann. Er könne sich vorstellen, dass diese Verbundenheit aus der Geschichte rührt, wie sie im Museum erfuhren (siehe Kasten).

Charmante Plattler


Beim dreitägigen Oktoberfest waren die Schwarzenbacher und Englhart von der Begeisterung des südkoreanischen Publikums überwältigt. Auf großes Interesse stießen die Beiträge am Alphorn, während die Schenklzinterer mit ihren energiegeladenen Darbietungen die große Bühne zum Beben brachten. Mit Charme plattelten und spielten sie sich in die Herzen der Koreaner, die unzählige Fotos von den Männern in Lederhosen knipsten. Später kamen die deutschen Gäste auf dem Fest noch selbst auf ihre Kosten: Abends sorgte ein DJ für Stimmung.

ResuméeFelix Bauernfeind: Ob im Kuhstall oder auf dem Oktoberfest: Die Stimmung war immer super. Die Koreaner verstehen es zu feiern!

Fabian Melzer: Mich hat überrascht, dass die Koreaner so trinkfest sind. Das Oktoberfest war total gut organisiert!

Benno Englhart: Auf die Technik kann man sich total verlassen. Ton ist immer super und die Bühnenhintergründe waren vergleichbar wie bei einem großen Rockkonzert internationaler Bands.

Stefan Götz: Die Höflichkeit war überwältigend.

Toni Neumann: Das Essen hat sich total von dem unterschieden, was in Deutschland unter asiatischem Essen serviert wird.

Stefan Bocka: Die Speisenauswahl war vielseitig, aber für uns gewöhnungsbedürftig. Zu jedem Essen gibt es Reis.

Lange Verbindung

In den 1960er Jahren war Korea das siebtärmste Land der Welt. In Deutschland wurden Arbeitskräfte vor allem im Bergbau und Krankenschwestern gebraucht. Die Regierungen beider Länder schlossen einen Vertrag, dass Korea Arbeitskräfte nach Deutschland entsendet.

Korea übernahm die Reisekosten, Deutschland die Sprachkurse. Von den für koreanische Verhältnisse sehr guten Löhnen schickten die Arbeiter Geld nach Hause und halfen so, ihr Land aufzubauen. Inzwischen ist Südkorea eine der wichtigsten Wirtschaftsnationen in den Bereichen Technologie, Automobilindustrie und Schiffsbau.
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