90 Jahre: Viel zu erzählen

Lokales
Grafenwöhr
30.05.2015
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Elvis Presley ließ an seiner Tankstelle oft den Jeep waschen und gab großzügig Trinkgeld, daran erinnert sich Reinhold Hofmann, als wäre es gestern gewesen. Prägend waren auch die Erlebnisse als U-Boot-Fahrer: Über sein bewegtes Leben erzählte er den Gästen an seinem 90. Geburtstag.

Wichtig war für den gebürtigen Grafenwöhrer immer das Auto und die damit verbundene Mobilität. Der grüne und immer noch gültige Führerschein aus dem Jahr 1948 wurde nicht nur von den Geburtstagsgästen, sondern schon von verwunderten Polizisten bestaunt. Noch jetzt dient das Dokument als Berechtigung für die Fahrten in der Stadt mit dem alten Mercedes.

Mit Fleiß und Engagement war Reinhold Hofmann in der harten Nachkriegszeit erst bei der US-Armee und dann als Taxifahrer tätig. Er war Mitbegründer der Taxivereinigung, die er 20 Jahre lang als Vorsitzender führte. Mit seiner Ehefrau Sieglinde - sie verstarb 2009 - eröffnete Hofmann im Jahr 1954 eine eigene Tankstelle direkt an der Straßengabelung nach Pressath und Eschenbach.

Eigene Tankstelle

Die Shell-Station war bis zur Auflösung durch den Straßenbau 1981 für viele ein Begriff, eine vielgefragte Anlaufstation sowie ein renommierter Arbeits- und Ausbildungsplatz. Auch ehemalige Tankwarte gratulierten ihrem früheren Chef zum 90. Geburtstag und erinnerten sich zurück, als unter anderem Elvis Presley seinen Jeep waschen ließ und mit einem großzügigen Trinkgeld von einem Dollar in bester Erinnerung blieb. Als Erste in der langen Reihe gratulierten die Söhne Werner und Günther mit ihren Familien, darunter fünf Enkel und sechs Urenkel. Von Edgar Knobloch folgten die Glückwünsche der Stadt.

CSU-Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern überreichte ein Buch vom Kriegsende vor 70 Jahren an das treue Mitglied. Die Sänger vom Männergesangverein um Chorleiter Bernhard Greiner und Vorsitzenden Günther Hohn überbrachten dem Geburtstagskind ein Ständchen. Als leidenschaftlicher Sänger hatte Hofmann seit 1949 die schönsten Zeiten seines Lebens beim Männergesangverein, wie der Jubilar bekannte.

Glückwünsche der Vereine

Die Pfarrei, der SV TuS/DJK und weitere Vereine gaben sich am Jubeltag die Klinke in die Hand und gratulierten dem engagierten Grafenwöhrer. Feuerwehrkommandant Hans Pappenberger und stellvertretender Vorsitzender Markus Englhardt vertraten die Feuerwehr. Bereits 1942 steuerte Hofmann dort den alten Feuerwehr-Magirus unter anderem mit zu den Löscheinsätzen im bombardierten Nürnberg. Für die Soldaten- und Reservistenkameradschaft gratulierten Roman Latka und Wolfgang Nastoll und durften gleich ihre Karteikarte des ehemaligen Marine-Soldaten korrigieren.

Als U-Boot-Fahrer endete für Hofmann der Krieg im Nordatlantik erst am 11. Mai 1945 mit dem Gang in die englische Gefangenschaft. Mit einem Buch seines ehemaligen U-Boot-Kommandanten und Erzählungen von regelmäßigen Treffen der alten Besatzung blendete der rüstige Senior auf diese prägende Zeit zurück.
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