Acht "Seppn" auf einem Haufen

Dem Hoch auf die Josefs und Josefas folgte beim Josefi-Frühschoppen der CSU Grafenwöhr eine Ansprache des Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl aus Ingolstadt. Bürgermeister Edgar Knobloch überreichte ihm das Buch über den Truppenübungsplatz. Bild: do
Lokales
Grafenwöhr
24.03.2015
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Er ist der Schutzpatron der katholischen Kirche, der Schreiner und Zimmerleute. Am Sonntag war der heilige Josef zudem Schutzheiliger der CSU. Statt Beten stand beim Josefi-Frühschoppen neben der Politik der Genuss im Vordergrund.

Ein Prosit auf alle Josefs, Seppn und Josefas zum Namenstag und traditionsgemäß rhetorische Kost eines CSU-Granden. Doch das vorgesehene Zugpferd Marcel Huber, Chef der Staatskanzlei, musste krankheitsbedingt absagen. Als dessen Vertreter moderierte Bürgermeister Edgar Knobloch den CSU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl an und gab dem Mitglied des Verteidigungsausschusses gleich eine Steilvorlage.

"Bei den Behördenverlagerungen ist Grafenwöhr leer ausgegangen. Jetzt hoffen wir auf die Unterstützung des Bundes und der Nato, die Monostrukturen in Grafenwöhr mit einem alternativen Arbeitsplatzangebot zu durchbrechen", merkte der Bürgermeister an. Die Schere zwischen dem Standortnachteil Grafenwöhrs und der wirtschaftlichen Vorteile durch den Truppenübungsplatz dürfe sich nicht zugunsten der Standortnachteile öffnen, warnte der Versammlungsleiter. Zum 44. Josefi-Frühschoppen begrüßte Knobloch neben acht Seppn auch andere Politiker.

Mehr US-Soldaten

"Die internationale Sicherheitspolitik blickt immer wieder nach Grafenwöhr", wusste Brandl. Der Parlamentarier war davon überzeugt: "Die Amerikaner stehen zum Standort Grafenwöhr. Erst recht seit der Zunahme der internationalen Spannungen." Brandl war besorgt über die Verschärfung des neuen Ost-West-Konfliktes, den Russland verstärke, um den Westen und die Nato zu spalten. Beobachtungen aus der jüngsten Sicherheitskonferenz in München beunruhigen den Verteidigungsexperten. Gerade deshalb sei eine stärkere Präsenz der U.S. Army in Grafenwöhr zu begrüßen. Mit Blick auf die Krisenherde und den zunehmenden Gefahren durch den Terrorismus verwies der Redner auf die Planungen des Bundes, weitere Sicherheitskräfte einzustellen.

Brandl verwies auf die Flüchtlingswellen aus dem Kosovo und befürchtete: "Wenn wir Wirtschaftsflüchtlinge aus Balkanländern nicht zurückschicken, verlieren wir in der Bevölkerung die Akzeptanz für unser Asylsystem." Der CSU-Bundespolitiker plädierte dafür, die Abschiebeverfahren zu beschleunigen und den Menschen Hilfe in ihren Heimatländern anzubieten.

Griechen sollen zupacken

"Wir erleben, dass sich die Gesellschaft aus falsch verstandener Toleranz von westlichen Werten entfernt", urteilte der Abgeordnete. "Sogar Tischgebete werden in Zweifel gezogen, weil sich Andersgläubige diskriminiert fühlen könnten", wusste der Redner. Die CSU sei die einzige Partei, die sich dieser Entwicklung entgegenstelle und christliche Wurzeln und Traditionen hochhalte.

Keine neuen Schulden, Mütterrente, Gelder für Bildung, Forschung und Kommunen und das ohne Steuererhöhungen, es laufe im Staat. Dagegen verurteilte Brandl Bestrebungen der Linken, die Erbschaftssteuer drastisch zu erhöhen. Für die Linken sei Erben leistungsloser Erwerb, verbunden mit der Spaltung in Arm und Reich. "Die Menschen arbeiten doch nicht nur, um ihr Geld auszugeben, sondern um die Startchancen ihrer Nachkommen zu verbessern". Auch Kompromisse mit dem Koalitionspartner würden die Kernkompetenzen der CSU nicht ändern, versicherte Brandl, der schließlich noch das Thema einer komplizierten Energiewende streifte, an die Ergebnisse des Energiedialogs von Ilse Aigner erinnerte und am Ende die Griechen dazu aufrief, selbst zuzupacken.

Die Hilfe der Partner setze die Bereitschaft zur Selbsthilfe voraus, bewertete Brandl eine "griechische Tragödie". Die Frühschoppen-Gäste applaudieren, vom CSU-Mann aus Ingolstadt, so schien es, fühlten sich die Besucher verstanden. Die Weißwürste warteten schon, als Landtagsabgeordneter Tobias Reiß zusammenfasste: "Zuhören, nachdenken, entscheiden, wie der heilige Josef" seien die Rezepturen, wenn es bei Verhandlungen um die Interessen Grafenwöhrs gehe. Tobias Reiß sprach von Gedanken über eine mögliche Natoeinrichtung in Grafenwöhr. "Insgesamt können wir mit der Behördenverlagerung in unserem Wahlkreis zufrieden sein", urteilte Reiß.
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