"Alle haben Grund für Flucht"

Der Weltkindertag war für den Kreisverband der Frauen-Union Anlass zum Besuch im St.-Michaels-Werk. Jugendliche Flüchtlinge und die Verantwortlichen der Einrichtung informierten die CSU-Frauen. Mit einer Spende von 500 Euro dankten stellvertretende Kreisvorsitzende Anita Stauber (Mitte) und die Damen aus dem Landkreis. Bild: mor
Lokales
Grafenwöhr
30.09.2015
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"Danke an Deutschland", sagte Aghiat aus Syrien. Die Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge (UMF) beim St.-Michaels-Werk schilderten den Damen des FU-Kreisverbandes ihre Zukunftswünsche.

(mor) Den Weltkindertag nahmen die CSU-Frauen zum Anlass, sich im Michaelswerk mit dem Thema "Flüchtlinge und Asylbewerber" zu beschäftigen. Laut Geschäftsführer Tassilo Heimberg betreut seit August 2014 die Einrichtung 24 Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge.

Damit beauftragt ist Reinhard Thumbeck, der von oft traumatisierten jungen Menschen nach der Flucht durch Sahara und Mittelmeer erzählte. "Alle haben einen Grund für ihre Flucht", ist sich Thumbeck sicher. Ihnen biete das Michaelswerk Tagesstrukturen und Primärkompetenzen, schulische Hilfe und Freizeitangebote. Alle seien lernwillig.

Schreiner und Lehrer

Ans Mikrofon trat Ali aus Afghanistan. Er ist froh, dass er in Deutschland ist. Er besucht die neunte Klasse und strebt eine elektrotechnische Ausbildung an. Ein Schreinerpraktikum macht Abti aus Somalia, Nesredin aus Eritrea will ebenfalls Schreiner werden. In die Wirtschaftsschule in Eschenbach geht Aghiat aus Syrien. Pädagoge oder ein Job bei der Bundeswehr sind seine Berufswünsche. Im lockeren Gespräch bei einer Brotzeit kommen die CSU-Frauen mit den jungen Flüchtlingen ins Gespräch. Beim Gang durchs Internat lernen sie Küche, Wohn- und Aufenthaltsräume kennen.

828 Schüler besuchen derzeit das Michaelswerk, weiß Schulleiter Peter Fleischmann. 30 UMF würden an der Einrichtung mit einem neuen Schulkonzept ganztags und mit intensiven Deutschkursen unterrichtet.

500-Euro-Spende

Unauffällig und freundlich seien die Jugendlichen aus fremden Ländern in der Stadt. Bislang seien keine Probleme aufgetreten, ergänzte zweite Bürgermeisterin Anita Stauber. Als stellvertretende FU-Kreisvorsitzende dankte sie für die Arbeit mit den Jugendlichen. Eine Spende in Höhe von 500 Euro könne die Einrichtung für alle Jugendlichen verwenden.
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