Als Christ Farbe bekennen

Der Altar des Ortsheiligen Sebastian war üppig mit roten Nelken geschmückt. Die Farbe Rot steht für sein Märtyrertum. Ihm zu Ehren sangen die Gläubigen auch zwei Sebastianslieder. Den gesamten Kirchenraum hatten Irmgard und Siegfried Wolf geschmückt.
Lokales
Grafenwöhr
22.01.2015
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Welch Treue: Seit fast 300 Jahren hält die Stadt Grafenwöhr ihr Versprechen, den 20. Januar begeht sie als Ortsfeiertag. Unvergessen ist der Dank an Sankt Sebastian, der die Stadt vor der Pest bewahrt haben soll.

Viele Bürger, Vertreter der Stadt, Verbände, Vereine, Schulvertreter und eine Bundeswehr-Abordnung fanden sich am Dienstag in der mit roten Nelken geschmückten alten Pfarrkirche ein. Den Festgottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer Bernhard Müller zusammen mit Kaplan Thomas Thiermann. Solidarität mit seinen Amtsbrüdern bewies der evangelische Pfarrer Dr. André Fischer, der die Lesung vortrug. Für den Kaplan war es nicht nur seine erste Sebastiansfeier in Grafenwöhr, sondern seine erste in dieser Form überhaupt.

Den Satz "Fürchtet euch nicht" aus dem Matthäus-Evangelium stellte er in den Fokus seiner Predigt. Die Historie, des für seinen Glauben verfolgten und gestorbenen Märtyrers Sebastian brachte er dabei in die Nähe zur politischen Brisanz unserer Tage. Das Christentum gehöre seit vielen Jahren zu den am meisten verfolgten Religionen. Missionare hätten nicht ihre eigene Meinung kundzutun. Sie müssten vielmehr für ihren Auftrag Hände, Füße, den Mund und vor allem das Herz sprechen lassen: "Christen bezeugen nicht etwas, sondern jemand."

Talente einsetzen

Nach der Losung und in der Hoffnung "Fürchtet euch nicht, denn ich bin da", sollte jeder Christ seine Sendung verstehen. Wir Christen sollten "wieder mehr Farbe bekennen, Stellung beziehen". Doch oftmals sei die Angst groß, dadurch den guten Ruf zu verlieren. Wer wie Sebastian in schwieriger Situation standhalte, sei ein Vorbild. Jeder sei aufgerufen, seine Gaben und Talente einzusetzen, damit der Glaube weitergegeben werde. Der Blick in den Kirchenraum sei für ihn "ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung unseres Glaubens". Die Gläubigen legten Zeugnis ab, das von den Vorfahren einst gegebene Versprechen einzuhalten.

Lektor Willi Buchfelder band in die Fürbitten aktuelle Probleme ein. So erbat er Gottes Segen für mutiges Eintreten, wenn Menschen mit Worten oder Fäusten verletzt würden, und für den christlichen Glauben, auch wenn man ausgelacht oder sogar verfolgt werde. Gott möge darüber hinaus die Bemühungen all jener segnen, "die sich für den Frieden einsetzen - im Großen wie im Kleinen".

Pfarrer Müller segnete am Schluss drei Körbe mit gebackenen Sebastianspfeilen. Mit Pfarrer Fischer hatte er eingangs die von der Stadt gespendete Kerze vor dem Sebastiansaltar entzündet. Müller dankte allen, die zum Gelingen des Festgottesdienstes beigetragen hatten. Damit der Gelübdefeiertag nicht in Vergessenheit gerate, trage unermüdlich Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm Sorge, betonte er. Lob verdiene auch die Kolpingsfamilie für Organisation und Ausrichtung seit vielen Jahren. Dank galt auch Organist Ludwig Grimm und der Stadtkapelle. Diese hatte den Gottesdienst mitgestaltet, den Festtag mit dem Kirchenzug eingeleitet und beim Auszug gespielt.
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