Anna ohne Markt?

Der Annamarkt in Grafenwöhr zieht seit längerer Zeit immer weniger Besucher an. Die Stadträte diskutierten nun, ob der Markt abgeschafft werden sollte. Archivbild: rgr
Lokales
Grafenwöhr
20.02.2015
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Der Grafenwöhrer Annamarkt im Juli hat Tradition, aber kaum mehr Besucher. Der Stadtrat diskutierte deshalb am Donnerstag, ob der Markt abgeschafft werden soll. So manchem Einzelhändler gefällt der Gedanke weniger.

Schon in den vergangenen Jahren habe das Gremium immer wieder über den Annamarkt gesprochen, erinnerte Bürgermeister Edgar Knobloch die Stadträte in der Sitzung am Donnerstag. "Das Annafest war im letzten Jahr wieder sehr gut besucht, aber beim Markt sieht es mau aus." Mit Schriftverkehr und Organisation stecke viel Aufwand dahinter. Eigentlich spreche alles für eine Abschaffung, wäre da nicht eine Verordnung. Die besagt, dass die Geschäfte an dem Sonntag, an dem Annafest und -markt sind, zwar offen haben, aber nichts verkaufen dürfen, wenn der Markt abgeschafft werde.

"Nach den bestehenden Verordnungen der Stadt Grafenwöhr und des Landkreises Neustadt a. d. Waldnaab dürfen die Grafenwöhrer Geschäfte am Markttag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr geöffnet werden", heißt es auf der Homepage der Stadt. Sieben Stunden können die Läden also zusätzlich ihre Ware verkaufen - wenn Annamarkt ist.

Nur mit Markt oder Messe

Diese Möglichkeit würde wegfallen, sobald dieser abgeschafft wird. "Verstehe ich das richtig, dass die Einzelhändler zwar ihre Geschäfte zum Annafest aufsperren dürfen, aber nichts verkaufen, wenn wir den Markt sausenlassen?", vergewisserte sich Anita Stauber beim Bürgermeister. Knobloch bejahte die Frage: "Wenn wir das Fest mit einer Ausstellung oder einer Messe verbinden können, dann darf auch Ware veräußert werden - ansonsten nicht." Der Schwerpunkt müsse jedoch auf dem Markt oder der Messe liegen nicht auf den Öffnungszeiten der Läden.

"Ich habe mich in ein paar Geschäften umgehört", berichtete Stauber. "Petra Gradl sagt, ihr ist es eigentlich egal. Jürgen Schreml findet es aber schon gut, dass an einem Sonntag im Sommer verkaufsoffen ist." Für ihn müsse es aber nicht zum Annafest sein. An diesem Sonntag würden schon viele Kunden sein Uhrengeschäft besuchen, auch von auswärts.

"Der Annamarkt ist in jetziger Form ein Flopp", gab Udo Greim zu Bedenken. "Wenn wir nichts ändern, ist es sinnlos weiterzumachen." Timo Schön fügte hinzu: "Wir reden ja immer von einer Belebung des Stadtkerns. Mit der Abschaffung würden wir das Gegenteil machen."

Entscheidung vertagt

Schön plädierte dafür, die Entscheidung in den Kulturausschuss im März zu verlegen und nochmals mit den Gewerbetreibenden sowie dem Wirtschaftsverein zu reden. Knobloch gab zu Bedenken, dass der Markt heuer auf jeden Fall abgehalten werden würde, wenn der Rat die Entscheidung vertagt. "Die Läden fragen jetzt schon deswegen an", erklärte er.

Thomas Weiß sprach sich dafür aus, den Ladenbetreibern nicht die Möglichkeit zu nehmen: "Der Termin ist günstig, weil das Fest dabei ist." Auch Gerald Morgenstern stimmte zu, erst mit den Gewerbetreibenden zu sprechen. Josef Neubauer merkte an, bei einer Vertagung, die Feuerwehr zu den Gesprächen einzuladen. Der Idee, die Zukunft des Annamarktes noch einmal im Kulturausschuss zu besprechen, stimmten alle Stadträte zu.
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