Asco bewahrt kühle Schnauze

In kurzen Besprechungen stimmten Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bayerisches Rotes Kreuz das weitere Vorgehen ab.
Lokales
Grafenwöhr
20.07.2015
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Am Freitagmittag verschwand ein 80-Jähriger aus einem Grafenwöhrer Seniorenheim. 130 Einsatzkräfte arbeiteten bei der Suche Hand in Hand. Mensch und Tier kämpften zudem gegen die hochsommerlichen Temperaturen. Kurz vor Mitternacht witterte Rettungshund Asco die richtige Fährte.

Rettungshundeführerin Yvonne Joneitis von der Rettungshundstaffel Amberg-Sulzbach und ihr sechsjähriger Labrador Rettungshund Asco sorgten am Freitagabend für einen glücklichen Ausgang einer groß angelegten Suchaktion. Sie fanden einen 80-jährigen Bewohner eines Grafenwöhrer Altenheims gegen Mitternacht in einem Waldstück zwischen dem Wasserwerk und der Kollermühle.

Suche ausgeweitet

Zuvor hielt dieser rund 130 Einsatzkräfte auf Trab: Feuerwehr, Bayerisches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk sowie Polizei arbeiteten Hand in Hand. Das Seniorenwohnheim hatte den Bewohner gegen 13.30 Uhr als vermisst gemeldet. Den ganzen Nachmittag suchte die Polizei intensiv das Gebäude sowie die nähere Umgebung mit Spürhunden ab. Gegen 18 Uhr forderte sie die Feuerwehr Grafenwöhr zur Unterstützung an. Die Wehr durchsuchte abermals das gesamte Gelände des Seniorenheims sowie anliegende Gebäude.

Nach kurzer Beratung entschied man sich, die Suche auszudehnen. Von seiten der Polizei übernahm Polizeihauptkommissar Reiner Striegel die Einsatzleitung, als Feuerwehreinsatzleiter fungierte zweiter Kommandant Alexander Richter. Diese forderten einen Polizeihubschrauber sowie weitere Rettungshundestaffeln an.Die Wehren aus Gößenreuth, Eschenbach, Gmünd und Dießfurt wurden ebenso alarmiert. An die Einsatzstelle eilten Kreisbrandinspektor Georg Tafelmeyer, Kreisbrandmeister Wolfgang Schwarz sowie die Feuerwehr-Unterstützungsgruppe des Landkreises Neustadt/Waldnaab.

Während die Feuerwehr Eschenbach den Bereich Apfelbach, Netzaberg und Thomasreuth intensiv absuchte, kontrollierten die restlichen Einsatzkräfte mit einer Menschenkette den Bereich zwischen Grafenwöhr und Gößenreuth. Zeitgleich überflog ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera das Gebiet zwischen Grafenwöhr und Eschenbach. Zuvor wurden alle möglichen Wald- und Forstwege abgefahren.

Flugzettel verteilt

Die Floriansjünger kontrollierten das Grafenwöhrer Stadtgebiet mit der Bahnhofssiedlung, Wolfgangssiedlung, Ochsenhut, Stadtmitte sowie den Annaberg und Schönberg. Flugzettel mit einem Bild des Vermissten wurden bei diversen Veranstaltungen in Grafenwöhr verteilt. Auch über ihre Facebook-Seite postete die Feuerwehr Grafenwöhr ein Bild des Seniors, um die Bevölkerung im Städtedreieck zu informieren. Die später anrückenden BRK-Rettungshundestaffeln aus Amberg-Sulzbach und Neumarkt sowie das Technische Hilfswerk aus Sulzbach-Rosenberg wurden gezielt in anderen Abschnitten rund um das Seniorenheim eingeteilt. Ein großes Problem für alle Einsatzkräfte waren die hochsommerlichen Temperaturen.

Wärmebildkameras konnten nicht richtig eingesetzt werden, die Suchmannschaften mussten ständig mit Getränken versorgt werden. Auch die vierbeinigen Helfer konnten immer nur für kurze Zeit eingesetzt werden, um sie nicht zu überlasten. Ein Feuerwehrmann erlitt bei der Suche eine allergische Reaktion und musste vom Rettungsdienst behandelt werden. Die BRK-Bereitschaft aus Pressath übernahm die Versorgung der Einsatzstelle. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde der Einsatz der Feuerwehrleute erfolglos abgebrochen. Auch die ersten Einsatzhunde des Technischen Hilfswerks wurden nach Hause geschickt, um sich für die am nächsten Tag anberaumte Suche vorzubereiten.

Die übrigen Rettungshunde profitierten von kühleren Temperaturen. Mit Erfolg: Gegen 23.52 Uhr wurde der Vermisste gefunden. Ein Rettungssanitäter der Feuerwehr Grafenwöhr übernahm mit den Mitgliedern der Hundestaffel die Erstversorgung, während weitere Mitglieder der Wehr Notarzt und Rettungswagen an die abgelegene Einsatzstelle lotsten. Vorsorglich brachte der Rettungsdienst den 80-Jährigen, der ansprechbar war, ins Weidener Klinikum.

"Nur durch die sehr gute und vor allem unermüdliche Zusammenarbeit von allen Organisationen sowie von Technik, Mensch und Tier konnte der Einsatz bei den hochsommerlichen Temperaturen erfolgreich beendet werden", lautete das Fazit von Feuerwehreinsatzleiter Alexander Richter.
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