Auf den Spuren des Gesellenvaters

Eine Abordnung aus Grafenwöhr, Tirschenreuth und Neustadt machte sich auf den Weg nach Köln, um mit 16 000 Teilnehmern den Kolpingtag zu feiern. Bild: mbi
Lokales
Grafenwöhr
30.09.2015
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In dem Moment, als mehrere tausend "Kolpinger" in das Kolpinglied einstimmten, herrschte Gänsehaut-Stimmung. Unter dem Motto "Mut tut gut" nahmen über 16 000 Menschen am Kolpingtag in Köln teil. Papst Franziskus schickte Grüße in die Domstadt.

Zum 150. Todestag Adolph Kolpings fand der Kolpingtag in Köln statt. Als Erkennungszeichen bekamen die aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer während der Eröffnungsfeier einen orangen Schal überreicht. Die ganze Stadt tauchte danach in ein Meer aus Orange, der Farbe des Kolpingverbandes, ein. Auch eine Abordnung aus Grafenwöhr, Tirschenreuth und Neustadt mischte sich unter die Massen. Kanzlerin Angela Merkel würdigte mit einer Grußbotschaft das Engagement der Kolpingmitglieder.

Es folgte ein Programm mit der Big Band der Bundeswehr, Tanz- Show-, Comedy- und Akrobatikeinlagen. Im Anschluss zogen zahlreiche "Kolpinger" auf den Spuren des Gesellenvaters durch die Kölner Altstadtkneipen. Am Samstag standen - verteilt über die Innenstadt - mehrere Treffpunkte zur Verfügung. An ihnen wurden verschiedene Themen, Programmpunkte und Bühnenaufführungen angeboten. Zahlreiche Ausstellungen und ein Besuch in der Minoritenkirche, in der Adolph Kolping begraben liegt, fanden großes Interesse. Eine der Kundgebungen war dem Thema Flüchtlinge gewidmet. Das Grundrecht auf Asyl stehe für Kolping "nicht zur Debatte", hieß es.

Da Adolph Kolping gelernter Schuhmacher war, rief das Kolpingwerk zu einer großen Schuhspende auf. Den Anfang machte kein geringerer als Papst emeritus Benedikt XVI. Er schickte ein Paar seiner berühmten roten Schuhe an den Rhein. Auch Fußballweltmeister Per Mertesacker beteiligte sich. Der Erlös aus über 25 000 gesammelten Schuhpaaren wird an ein gemeinnütziges Projekt für Kinder verschiedener Herkunft und Religionen, betreut durch die Kolpingjugend, gehen. In der Lanxess-Arena wurde am Abend vor 15 000 Teilnehmern das Musical "Kolpings Traum - Deutschland vor über 200 Jahren: Barrikaden, Elend, Aufruhr. Ein Mann hat eine Vision" aufgeführt. Die sich anschließende Jugendparty fand bis in die frühen Morgenstunden regen Zuspruch.

Mit einem Gottesdienst in der Lanxess-Arena, bei dem mehr als 300 Kolpingbanner einzogen, ging die Großveranstaltung zu Ende. Dabei forderte Kardinal Rainer Maria Woelki die Gläubigen auf, der Welt ein menschlicheres Gesicht zu geben. "Machen wir es wie Adolph Kolping", sagte der Kölner Erzbischof, "und erkennen Gott in jedem menschlichen Antlitz."

Andreas Greiner, der Vorsitzende der Grafenwöhrer Kolpingfamilie, bedankte sich auf der Heimfahrt bei Busfahrer Charly und "Bordstewardess" Christa Biller. Ein besonderes Dankeschön ging an die teilnehmenden Kinder. Sie hatten Armbänder in den Kolpingfarben gebastelt und spendeten ihren gesamten Erlös dem Werk des Gesellenvaters.
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