Aus Wurzeln Kraft schöpfen

Annafest ist Heimatfest. Die einmalige Atmosphäre auf dem idyllischen Annaberg zieht alljährlich viele Grafenwöhrer - Heimatverbliebene und "Heimkehrer" in den Bann. Bild: az
Lokales
Grafenwöhr
28.07.2015
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Das Annafest in Grafenwöhr ist stets auch Heimatfest. An diesem Tag werden Jahrgangstreffen gehalten, Familientraditionen gepflegt und viele kehren Heim zu ihren Wurzeln. Auch Weihbischof Reinhard Pappenberger ist so ein Heimkehrer.

Ganz in diesem Sinn stand der Gottesdienst auf dem Annaberg mit Stadtpfarrer Bernhard Müller, Kaplan Thomas Thiermann und Weihbischof Reinhard Pappenberger. Der Gottesdienst fand über der Gruft mit dem geschmückten heiligen Grab statt, im Hintergrund die Mariä-Hilf-Kirche. Schattige alte Bäume umrahmten die Kulisse, die auch dieses Jahr wieder viele Gläubige - darunter vier Schülerjahrgänge - in den Bann zog.

Namenstag der Eltern Mariens

Die Geistlichen freuten sich, dass sie den ökumenischen Chor "New Voices" unter Leitung von Walter Thurn begrüßen konnten, der erstmals vor der Mariä-Hilf-Kirche den Ton angab. Das Annafest sei heuer exakt auf den 26. Juli gefallen, dem Namenstag der Heiligen Anna und von Joachim, der Eltern Mariens, erinnerte Stadtpfarrer Müller.

Festprediger Weihbischof Reinhard Pappenberger feiert in den kommenden Tagen sein 30. Priesterjubiläum. Zum Annafest kehrte auch er zurück in seine Heimat und zu seinen Wurzeln. Viele Hände durfte er im Anschluss an den Gottesdienst drücken, viele herzliche Umarmungen gab es. Seine Predigtworte kamen von Herzen. Er nannte Verstorbene wie Lebende beim Namen und holte sie somit in die Gemeinschaft.

Die Mariä-Hilf-Kirche habe viel Bezug zu Grafenwöhr. Besonders zwei Bildnisse des 245 Jahre alten Gotteshauses stellte er dabei in den Mittelpunkt. Er illustrierte das zentrale Deckengemälde aus dem Jahr 1936 mit der Darstellung einer Schar Betender unter offenem Himmel - mittendrin die Grafenwöhrer Elisabeth Neukam und Michael Zeitler. Mit Blick auf die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hätte es wohl die Vorstellungskraft jener Menschen gesprengt, dass nach mehr als 70 Jahren Friede herrsche.

Charakter Schlüsselrolle

Das Annafest sei eine Feste Institution in Grafenwöhr. Würde sich das Fest auflösen, wäre "das das Schlimmste für Grafenwöhr", gab er sich überzeugt.

Bischof Reinhard skizzierte das Leben des heiligen Wendelin, dessen Bildnis den rechten Seitenaltar der Kirche ziert. Dieser habe alles aufgegeben um als Hirte zu arbeiten, um Hüter zu sein. Damit schlug er einen Bogen zur Elternschaft und zum Lehrerberuf. Die Größe des Menschen liege darin, für andere da zu sein, wobei der Charakter- und Herzensbildung eine Schlüsselrolle zukomme.

Ein "großes Dankeschön für alles" beendete die Messe. Es folgte der Schlusssegen, der allen Bewohnern seiner Heimatstadt galt. Aus den alten Wurzeln könne er selbst immer wieder Kraft schöpfen. Der Stadtpfarrer bedankte sich bei allen Helfern für ihre Unterstützung.
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