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Lokales
Grafenwöhr
20.11.2015
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Der Grafenwöhrer BauGewerkschaft droht das Aus. Mitglieder hat der Ortsverband genug, aber keines möchte derzeit Verantwortung übernehmen. Noch bleibt aber eine Schonfrist.

(rgr/wüw) Rund 150 Mitglieder hat der Ortsverband der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, zur Mitgliederversammlung kamen gerade mal sieben. "Wir hatten auf der Einladung vermerkt, dass es um die Zukunft des Ortsverbands geht", sagt der Regensburger Gewerkschaftssekretär Karl Toth. "Vermutlich hatten alle Angst, Verantwortung übernehmen zu müssen."

Vorsitzender Rupert Lindner würde seine Verantwortung gerne weitergeben, der Eschenbacher geht demnächst in den Ruhestand, die Freistellung der Altersteilzeit hat schon begonnen, sagt Toth. Von den Anwesenden erklärte sich keiner bereit, den Posten zu übernehmen. Die nächste Wahl steht im Herbst 2016 an, wenn sich dann nichts tut, ist es mit dem Ortsverein vorbei.

Toth möchte die Hoffnung aber nicht aufgeben, der Bedarf für gewerkschaftliche Vertretung sei da. Das lese er aus den sehr stabilen Mitgliederzahlen ab. Allerdings sehe es derzeit schon düster aus, hinter den Kulissen habe er schon viele Gespräche geführt. Er will es weiter versuchen, sollte sich kein Ersatz finden, wäre der Ortsverein im nächsten Herbst Geschichte. "Wir würden ihn dann wohl ruhend stellen, bis sich wieder Interessenten finden." Die Mitglieder des Grafenwöhrer Ortsvereins kommen aus der gesamten nordwestlichen Oberpfalz, sie würden dann auf die Ortsvereine Weiden und Vilseck aufgeteilt.

Dass Gewerkschaftsarbeit weiter notwendig ist, versuchte Todt in seinem Referat deutlich zu machen. Der DGB-Ausbildungsreport zeige, dass nur noch jeder fünfte Betrieb ausbildet. "Die Arbeitgeber sprechen von Fachkräftemangel, aber mit dieser Ausbildungspolitik schaufeln sie sich ihr eigenes Grab. Die Betriebe müssen in Arbeitnehmer investieren und damit in ihre eigene Zukunft", betonte Todt.

Seit 40 Jahren gibt es am Bau die Ausbildungsumlage, die Ausbildungsquote sei um ein Viertel höher als im Durchschnitt. "Denn wer am Bau ausbildet, bleibt nicht auf den Kosten sitzen, alle Betriebe beteiligen sich. 17 Monatsentgelte der Auszubildenden werden vollständig übernommen."
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